THE LAST BROADCAST

 

by DECLAN CLARKE

 

25.02.-8.04.2022

Finissage with launch of the catalogue The Museum of Broadcasting and Loneliness: April 7, 2022 | 18 h*

Im Zentrum von Declan Clarkes Ausstellung The Last Broadcast steht sein neuer Film What Are the Wild Waves Saying?, der hier Premiere hat. Der romantische Titel, der auf ein Lied aus der Mitte des 19. Jhdts zurückgeht, dass einen Dialog des berühmten Geschwisterpaares aus Dickens Dombey and Son imaginiert, dient Clarke in erster Linie als metaphorische Analogie zwischen den Wellen des Meeres und denen des Rundfunks.

Tatsächlich erzählt der Film eine vielschichtige und komplexe Geschichte von Transition und Transmission, von medialer Beeinflussung, von überraschenden Zusammenhängen und gewissen historischen Parallelen zwischen einem geteilten Irland und einem gleichermaßen getrennten Deutschland, inklusive der dazugehörigen Geschichte von Desinformation und Spionage. Mit Stuart Ryan steht erstmals eine reale Figur im Mittelpunkt, die ihre fiktiven Vorläufer aus früheren Filmen des Künstlers an suspekter Undurchsichtigkeit und charakterlicher Ambiguität weit übertrifft.

Wie mehrmals zuvor arbeitet Clarke auch in diesem Film parallel im narrativen und im Dokumentationsmodus und verbindet diese mit Elementen des Noir- und Spionagegenres. Speziell für die Ausstellung im Kunstverein  produziert, wird der Film von einer Installation begleitet, die Requisiten, Fotos, Texte und historische Exponate aus einem realen, aber heute geschlossenen Rundfunkmuseum zu einem assoziationsreichen Netz verwebt.

Der Film wie auch die Installation nehmen intensiv Bezug auf die Rolle des Rundfunks in Konfliktzeiten, wie er sie durch die Verbreitung politischer Propaganda besonders während des Zweiten Weltkriegs und des darauffolgenden Kalten Krieges spielte. Als in Berlin lebender Ire war es naheliegend, diese zentralen Themen anhand einer Reihe historischer Verbindungen zwischen Irland und Deutschland zu untersuchen.

Die Ausstellung hatte 2021 ein Prequel im Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz und knüpft thematisch an clarkes Einzelausstellung 2020 im Salzburger Kunstverein an. 2023 wird sie eine Forstsetzung in der RHA (Royal Hibernian Academy) in Dublin finden, wo die Gesemtschau aller ‚Museum of Lonliness‘ -Filme und -Installation geplant ist.

Declan Clarke, geb. 1971, lebt in Berlin, wohin er nach seinem Studium am Chealsea College of Art (London) und NAtional College of Art & Design in Dublin zog. Seine Filme werden auf internationalen Filmfestivals wie dem Tromso International Film Festival, dem New York Underground Film Festival und dem FID Marseille gezeigt, wo er 2021 mit dem Georges de Beauregard International Award ausgezeichnet wurde. Er hat im PS1 MoMA (New York) der Tate Britain (London) dem HKW Berlin, dem Beijin Art Museum of Imperial City, der 2. Moskauer Biennale und dem Centre for Contemporary Art (Lagos) ausgestellt.

Ausstellung und Film von Susanne Prinz produziert.

Film und Ausstellung wurden ermöglicht durch / film and exhibition have been supported by: