Carlos Noronha Feio, (sunclipse!) / (sunsight!)

Carlos Noronha Feio (sunclipse!) / (sunsight!) 

Einweihung / Inauguration: 17. September 2022, 13-18h (@L40)

Eine Installation im öffentlichen Raum, Rosa-Luxemburg-Straße 27 + 28, Berlin Mitte / An installation in public space, Rosa-Luxemburg-Straße 27 + 28, Berlin Mitte

Bis 10. November 2022 zeigen wir im Foyer des L40 zusätzlich die Installation (grow flowers!). / Until 10 November 2022, we will also be showing the installation (grow flowers!) in the foyer of L40.

Mit den beiden Schriftzügen (sunclipse!) und (sunsight!) spielt der portugiesische Künstler Carlos Noronha Feio auf den Architekten und Systemtheoretiker Buckminster Fuller und dessen Überzeugung an, dass der falsche Sprachgebrauch überholte Realitäten aufrecht erhält. So war dieser überzeugt, dass wir niemals in der Lage sein werden, uns von dem Irrglauben zu lösen, das Zentrum des Universums zu sein, solange wir z.B. wissenschaftlich überholte Wörter wie Sonnenuntergang und Sonnenaufgang verwenden. Buckminster schlug daher neue Begriffe für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang vor, und zwar Sonnenfinsternis und Sonnensicht. Die Neologismen weisen über die nachklingende geozentrische Tendenz vorkopernikanischer Himmelsmechaniken hinaus und beschreiben konkret, wie wir die Sonne abhängig von der Konstellation aus Erdbewegung und unserer individuellen geografischen Position jeweils sehen – oder eben nicht. Eine einfache Änderung der Sprache kann also Einstellungen ändern

Vielleicht fügen sich die beiden gegenüberliegenden Begriffe deshalb perfekt in die städtebaulichen Gegebenheiten vor Ort ein. Die im Nord-Süd-Ausrichtung der Rosa-Luxemburg-Str. führt dazu, dass die Westseite nur morgens und die Ostseite nur abends Sonne abbekommt. (sunclipse!) und (sunsight!) beschreiben also wie von Buckminster angeregt konkrete Phänomene.

Die zweite Installation des Künstlers (grow flowers!) im Foyer des Kunstvereins lenkt unseren Blick vom Himmel auf die Erde, indem sie uns apodiktisch auffordert, Blumen zu pflanzen. Das ist an sich nie eine schlechte Idee und erfreut sich derzeit so großer Beliebtheit, dass überall in den Stadtzentren Bürgergärten entstehen. Das sogenannte Guerilla Gardening ist nicht zuletzt eine Reaktion auf immer weniger Grün in der Stadt, architektonischen Tristesse, steigende Luftverschmutzung und das Bedürfnis, die Stadt wieder als soziale Gemeinschaft zu erleben.

Die Arbeit (grow flowers!) war eine der ersten Arbeiten, die der Künstler im Rahmen der Textserie produzierte. Sie existiert in mehreren Sprachvarianten, was der Künstler als integralen Teil des Werks sieht. Das kurze Zitat – im Original Russisch – stammt aus dem „Gedicht über Blumen“ des nonkonformistischen sowjetischen Dichters Genrikh Sapgir (Heinrich Sapgir). In diesem Gedicht adressiert Sapgir verschiedene Berufsgruppen aus unterschiedlichen Bereichen des Lebens und spricht sie direkt an; letztlich um ihre Arbeit in Frage zu stellen und sie aufzufordern, stattdessen Blumen zu züchten. „Lasst Blumen wachsen, lasst Ideen wachsen, lasst die Setzlinge eures eigenen Schaffens wachsen und kultiviert euch selbst und andere.“.

Im Frühjahr 2023 wird eine deutsche Version die englische ersetzen.

With (sunclipse!) and (sunsight!), the Portuguese artist Carlos Noronha Feio alludes to the architect and systems theorist Buckminster Fuller and his conviction that the wrong use of language perpetuates outdated realities. The latter was convinced that we will never be able to rid ourselves of the mistaken belief that we are the centre of the universe as long as we use scientifically outdated words such as sunset and sunrise, for example. Buckminster therefore proposed new terms for sunrise and sunset, namely sunclipse and sunsight. The neologisms point beyond the lingering geocentric bias of pre-Copernican celestial mechanics and specifically describe how we see – or don’t see – the sun depending on the constellation of earth’s movement and our individual geographical position. A simple change of language can therefore change attitudes.

At the same time, the two opposing quotes fit perfectly into the urban planning conditions on site. The north-south orientation of Rosa-Luxemburg-Str. means that the west side only gets sun in the morning and the east side only in the evening. (sunclipse!) and (sunsight!) thus describe concrete phenomena.

The artist’s second work (grow flowers!) in the foyer of the Kunstverein directs our gaze from the sky to the earth by asking us to plant flowers. This is never a bad idea in itself and is currently so popular that civic gardens are springing up all over city centres. This so-called Guerilla Gardening is not least a reaction to less and less green in the city, architectural dreariness, increasing air pollution and the need to experience the city as a social community.  

The work was one of the first pieces the artist produced in the text-series. It exists in several language variants, which the artist sees as an integral part of the work. Originally Russian, the expression derives from the ‘poem on flowers’ by Soviet non-conformist poet Genrikh Sapgir. In this poem, Sapgir talks to various professional groups from different parts of life. He addresses them directly, ultimately questioning their work and asking them to grow flowers instead. “Grow Flowers, grow ideas, grow the seedlings of your own making, and cultivate yourself and others.”

A German version will replace the English one in the spring of 2023.

Unterstützt von / supported by:

Stefan Panhans & Andrea Winkler
ANIMA OVERDRIVE

Eröffnung / Opening: 17. September 2022, 13-18h

Ausstellung / Exhibition: 15.9. – 22.10.22
Öffnungszeiten / Opening hours: Do – Sa / Thu – Sat 14 – 18 h und nach Vereinbarung / and by appointment

15.10.22 19 h Vortrag der Kuratorin und Kunsthistorikerin / Lecture by the curator and art historian Katharina Brandl

22.10.22 19 h Lesung des Romanautors / Reading by novelist Tom McCarthy

(scroll down for English) Kunst ist eine Sirene – die meisten Künstler_innen glauben daran. Sie ertragen Miniwohnungen und ein Leben von der Hand in den Mund, weil sie an etwas fast Heiligem teilhaben: der menschlichen Kreativität. Andere Selbstständige haben diesen Trost nicht. Immerhin – denken viele vermutlich, – führen sie ein freies, auf jeden Fall ein dem 21. Jahrhundert angemessenes Leben. Also akzeptieren sie ein Dasein unter Druck, voller Missionen, die sich nicht auszahlen.

Die Filme und die mit ihnen verbundenen Installationen der Künstler_innen Stefan Panhans und Andrea Winkler, die in Berlin und Hamburg leben, kreisen seit einiger Zeit um dieses Problem. Dabei argumentieren sie nicht aus überlegener Warte, weil sie von Künstlern und Darstellern gemacht werden, die genau diesen Zwängen ausgesetzt sind, die zunehmend von breiteren Bevölkerungsgruppen geteilt werden.

Genau hier knüpft auch ihr neuestes Projekt Anima Overdrive (2022) an, das im Kunstverein Premiere hat. »Deliver, deliver, deliver, deliver, I’m your deliver delivery, I’m your delivery deliver, I’m your delivery deliver delivery, I deliver tokenism, I deliver you a boss, I deliver your perfect coach & artsy art consulter, I deliver minijobs and alcopops, I deliver all your medicine right before you know you’re ill, I deliver liver! … « rapt die Delivery Heroine (Lisa Marie Janke) im labellosen, gepanzerten American Football Shirt und mit verwildertem Make-up zum treibenden Beat – allein in einem Lagerraum vor einem riesigen Rucksack und in Luftpolsterfolie eingepackte Gaming-Stühlen. Um die allgegenwärtigen Lieferdienste von Amazon über Gorillas bis Zalando geht es hier nur bedingt. Anima Overdrive liefert vielmehr Text und Bild zur um sich greifenden Erschöpfung in einer Welt, die zunehmend von Algorithmen und K.I. im Dienst eines turbobeschleunigten Plattformkapitalismus bestimmt wird. Eine Welt in der alles zur Ware wird: Arbeitskraft, Körper, Gefühle, Bewegungsmuster, Mimik …. Selbstoptimierung versteht sich unter diesen Umständen von selbst: Sie ist ein ständiges Bootcamp für die Bewältigung des Alltags, eine Möglichkeit, mikrokosmische Kontrolle auszuüben, wenn alles andere außer Kontrolle gerät – »I deliver everything!«

Defender (2021), entstanden in den Pandemie-Jahren und erstmals in Berlin zu sehen, ist ein Mini- (und auch Anti-) Musical. Drei Frauen (Anne Ratte-Polle, Lisa Marie Janke und Olivia Hyunsin Kim) bilden eine Art Arbeits- oder Serviceteam, das auf unbekannte Mission in eine Tiefgarage geschickt wird. Dort steht nur ein einziges Fahrzeug: ein großer schwarzer Geländewagen in einer Art „Erlkönig“-Tarnung, die von der Automobilindustrie verwendet wird, um Design-Neuheiten zu verstecken und gleichzeitig bei Testfahrten mit Prototypen besondere Aufmerksamkeit zu erregen. Um das mysteriöse Objekt, das wie ein ‚McGuffin‘ für das soziale Unbewusste fungiert, entfaltet sich ein kataraktartiger Trialog aus vermeintlich verinnerlichter Selbstverbesserungsrhetorik, Fragmenten aus SUV-Werbespots und Selbsthilfebotschaften von Megachurch-Gurus, nur unterbrochen durch Burn-out-Symptome, sowie der aus Büchners Lenz zitierenden Sprachassistentin des SUV namens Concierge.  Mit Gesangseinlagen, Workout- und Tanzübungen umkreisen sie ihn ergebnislos, um sich schließlich mit Tierlauten zu befreien. Symptome der Bedingungen unserer Arbeits- und Lebenswelt werden direkt verknüpft mit unseren individuellen Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten. Resilienztraining, SUVs und Pseudoreligion zumindest scheinen aber nicht die Lösung zu sein.

Der dritte Film der Ausstellung »  If You Tell Me When Your Birthday Is« (2020), nistet sich in den Schnittstellen zwischen analoger und der virtueller Welt ein und kombiniert 3D-Scanning von realen Objekten und Menschen, CGI- World-building, Avataring und Motion-Capture-Elemente. Wie bei jeder ‚Machinima‘-Produktion wurde in Echtzeit generierte, grafische 3D-Umgebungen verwendet. In dieser virtuellen Welt wurde der gesamte Film gedreht. Inhalt und Methode ist dabei der sogenannte Linguistischen Kapitalismus und dessen aktuelle Trends in der digitalen, K.I.- und Roboter-gesteuerten kulturindustriellen Sprachproduktion. So beruht das Skript vollständig auf Dialogen der Künstler_innen mit sogenannten künstlichen Intelligenzen aus verschiedensten Alltagsbereichen, und Kommunikation derselben – z.B. algorithmisch gesteuerter Chatbots – untereinander. Dabei wurden gezielt die absurden, gelegentlich komischen oder sogar unheimlichen Unzulänglichkeiten dieser ‚Technik-Collage‘ im Film belassen. In Anlehnung an das Bad Painting der ’Neuen Wilden’ Maler Des Deutschland der 1980er Jahre, haben wir es hier vielleicht mit einer ‚Bad Virtual‘ Ästhetik des 21. Jahrhunderts zu tun.

Der dritte Film der Ausstellung »  If You Tell Me When Your Birthday Is« (2020), nistet sich in den Schnittstellen zwischen analoger und der virtueller Welt ein und kombiniert 3D-Scanning von realen Objekten und Menschen, CGI- World-building, Avataring und Motion-Capture-Elemente. Wie bei jeder ‚Machinima‘-Produktion wurde in Echtzeit generierte, grafische 3D-Umgebungen verwendet. In dieser virtuellen Welt wurde der gesamte Film gedreht. Inhalt und Methode ist dabei der sogenannte Linguistischen Kapitalismus und dessen aktuelle Trends in der digitalen, K.I.- und Roboter-gesteuerten kulturindustriellen Sprachproduktion. So beruht das Skript vollständig auf Dialogen der Künstler_innen mit sogenannten künstlichen Intelligenzen aus verschiedensten Alltagsbereichen, und Kommunikation derselben – z.B. algorithmisch gesteuerter Chatbots – untereinander. Dabei wurden gezielt die absurden, gelegentlich komischen oder sogar unheimlichen Unzulänglichkeiten dieser ‚Technik-Collage‘ im Film belassen. In Anlehnung an das Bad Painting der ’Neuen Wilden’ Maler Des Deutschland der 1980er Jahre, haben wir es hier vielleicht mit einer ‚Bad Virtual‘ Ästhetik des 21. Jahrhunderts zu tun.

Über Objekte im Raum, die auch in den Videos eine Rolle spielen, breiten sich die Filme von Panhans & Winkler oft in den Ausstellungraum aus und ziehen uns ins Bild. So begegnen wir dem Rucksack und den Gaming-Stühle aus Anima Overdrive, die jetzt ganz praktische Sitzfunktionen erfüllen. Daneben tauchen weitere Objekte auf, die auf den ersten Blick verwandt wirken, bei näherer Betrachtung  aber zu klein, vernäht, aufgeblasen, kurz: unbrauchbar erscheinen. Sie bestehen vor allem aus Hightech-Stoffen aus den Bereichen Sport, Outdoor, Sicherheit und Schutz. Es sind Materialien, die den Körper sichern, ihn verbessern – sogenannte Enhancer. Aus ihnen fertigt Andrea Winkler ihre dreidimensionalen Stoffcollagen, denen – zwischen Körperfragment und Kleidungsstück changierend – das Versprechen innewohnt, körperliche Defizite auszugleichen, vielleicht sogar unverwundbar zu machen. Sie sind letztlich dysfunktional und doch, in den Worten von Donna Haraway »fähig zur Verbindung mit anderen«, offen für neuartige Strukturen und Werdensformen.

Die begleitenden Bilder aus der Fotoserie Bringing the WoW Home (2021) von Stefan Panhans – schon im Titel eine Hommage an die ikonische Fotoserie Bringing the War Home von Martha Rosler – erscheinen dann wie ein Kommentar zur Gamifizierung der Gesellschaft. Die Art und Weise, wie Fotograf und Darstellerin (Lisa Marie Janke) kongenial den Spiel-Kontext von den aggressiven Kampfposen und Kabuki-haften Grimassen der monströsen Superhelden aus World of Warcraft (abgekürzt WoW) subtrahieren, bis diese dann in ihrer aggressiven Übertreibung irgendwie etwas verloren in der Wohnküche rumstehen, entblößt die theatralischen Gesten der ‚Originale‘ in ihrer ganzen Affektiertheit und entbehrt nicht eines gewissen Humors.

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Art is a siren – most artists believe this. They endure mini-apartments and hand-to-mouth living because they share in something almost sacred: human creativity. Other self-employed people do not have this comfort. After all – many presumably think – they lead a free life, certainly a life appropriate to the 21st century. So they accept an existence under pressure, full of missions that don’t pay off. The films and the installations associated with them by the artists Stefan Panhans and Andrea Winkler, who live in Berlin and Hamburg, have been revolving around this problem for some time. In doing so, they do not argue from a superior point of view, because they are made by artists and performers who are exposed to precisely these constraints, which are increasingly shared by broader sections of the population.

This is precisely where their latest project, Anima Overdrive (2022), which is premiering at the Kunstverein, picks up. »Deliver, deliver, deliver, deliver, I’m your deliver delivery, I’m your delivery deliver, I’m your delivery deliver delivery, I deliver tokenism, I deliver you a boss, I deliver your perfect coach & artsy art consulter, I deliver minijobs and alcopops, I deliver all your medicine right before you know you’re ill, I deliver liver! … « raps the Delivery Heroine (Lisa Marie Janke) in an unlabelled, armoured American football shirt and feral make-up to the driving beat – alone in a storage room in front of a huge backpack and gaming chairs wrapped in bubble wrap. The ubiquitous delivery services from Amazon to Gorillas to Zalando are only partly the point here. Rather, Anima Overdrive delivers text and image on the rampant exhaustion in a world increasingly defined by algorithms and A.I. in the service of turbo-accelerated platform capitalism. A world in which everything becomes a commodity: Labour, body, feelings, movement patterns, facial expressions …. Self-optimisation is self-evident under these circumstances: It is a constant boot camp for coping with everyday life, a way of exercising microcosmic control when everything else is spinning out of control – »I deliver everything!«.

Defender (2021), created in the Pandemic years and first seen in Berlin, is a mini- (and also anti-) musical. Three women (Anne Ratte-Polle, Lisa Marie Janke and Olivia Hyunsin Kim) form a kind of work or service team that is sent on an unknown mission into an underground car park. There is only one vehicle there: a large black SUV in a kind of „Erlkönig“ camouflage, which is used by the automobile industry to hide design novelties and at the same time attract special attention during test drives with prototypes. Around the mysterious object, which acts like a ‚McGuffin‘ for the social unconscious, a cataract-like trialogue unfolds from supposedly internalised self-improvement rhetoric, fragments from SUV commercials and self-help messages from megachurch gurus, interrupted only by burn-out symptoms, as well as the SUV’s voice assistant named Concierge quoting from Büchner’s Lenz.  With song interludes, workout and dance exercises, they circle him fruitlessly, finally freeing themselves with animal sounds. Symptoms of the conditions of our working and living environments are directly linked to our individual fears, wishes and desires. Resilience training, SUVs and pseudo-religion at least do not seem to be the solution.

The third film in the exhibition, If You Tell Me When Your Birthday Is (2020), nests at the intersection of the analogue and virtual worlds, combining 3D scanning of real objects and people, CGI world-building, avataring and motion-capture elements. As with any ‚machinima‘ production, real-time generated, graphic 3D environments were used. The entire film was shot in this virtual world. The content and method is so-called linguistic capitalism and its current trends in digital, A.I. and robot-controlled culture-industrial language production. The script is based entirely on the artists‘ dialogues with so-called artificial intelligences from various areas of everyday life, and their communication with each other – e.g. algorithmically controlled chatbots. The absurd, occasionally comical or even uncanny shortcomings of this ‚technology collage‘ were deliberately left in the film. In reference to the Bad Painting of the ‚Neue Wilde‘ painters of 1980s Germany, we are perhaps dealing with a ‚Bad Virtual‘ aesthetic of the 21st century.

Via objects in the room that also play a role in the videos, Panhans & Winkler’s films often spread into the exhibition space and draw us into the picture. Indeed, we encounter the backpack and the gaming chairs from Anima Overdrive, that now fulfil quite practical seating functions. In addition, other objects appear that seem related at first glance, but on closer inspection seem too small, stitched, puffed up, in short: unsuitable for use. They consist mainly of high-tech fabrics from the fields of sport, outdoor, safety and protection. They are materials that secure the body, improve it – so-called enhancers. Andrea Winkler uses them to make her three-dimensional fabric collages, which – oscillating between body fragment and garment – hold the promise of compensating for physical deficits, perhaps even making them invulnerable. They are ultimately dysfunctional and yet, in the words of Donna Haraway, „capable of connection with others“, open to completely new kinds of structures and forms of becoming.

The accompanying images from the photo series Bringing the WoW Home (2021) by Stefan Panhans – already in the title an homage to the iconic photo series Bringing the War Home by Martha Rosler – then appear like a commentary on the gamification of society. The way the photographer and the actress (Lisa Marie Janke) congenially subtract the game context from the aggressive fighting poses and Kabuki grimaces of the monstrous superheroes from World of Warcraft (abbreviated WoW) until they are standing around in the kitchen in their aggressive exaggeration, somehow somewhat lost, exposes the theatrical gestures of the ‚originals‘ in all their affectation and is not without a certain humour

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Im Zusammenhang mit der Ausstellung entstand eine Edition von NFTs. Release am 17. September via untenstehendem QR Code / An edition of NFTs was created in connection with the exhibition. Release on 17 September via the QR code below:

Ausstellung und Film werden unterstützt von / Exhibition and film are supported by:

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