Wie Rahel malt – ein (Be)deutungsversuch von Lina Louisa Krämer
Die Malereien bewegen sich so an einer Grenze von Figuration und Abstraktion, sie sind geprägt von einer intensiven Farbigkeit, die sich aus dem Gebrauch verschiedenster Malmittel und der Art des Auftragens, des Integrierens eben dieser in das Bild ergibt. Durch das Spielen mit angewöhnten Betrachtungsweisen, durch das Erinnern an bekannte Formen, werden Assoziationen ausgelöst und durch ihre Unvollständigkeit doch wieder genommen. Fragen gestellt nach zu viel oder zu wenig. Ebenso lassen sich Zahlen und Buchstaben verstehen, die mal Wörter, mal Sätze ergeben, manchmal aber auch unleserlich bleiben. Die Künstlerin beschreibt ihren Einsatz als einen Versuch, zum Nachdenken anzuregen. Das Gehirn zum Laufen zu bringen, ohne vorzugeben, wohin.
Folglich bleibt die Erkenntnis, dass sich die Malereien von Rahel Sorg nicht wirklich in Worte fassen lassen, eben weil sie sich einer eindeutigen Lesbarkeit bewusst entziehen. Genau darin liegt die intendierte Wirkung, die Denkanstöße geben will, in verschiedene Richtungen verweist und den Einsatz von Malerei und Sprache darauf konzentriert, in der Vielschichtigkeit einfach zu sein, ohne Vorgaben oder Beschränkungen aufzustellen.
Innehalten, aushalten, weitermachen, fertig.
Wir danken Lina Louisa Krämer, Deborah Sorg, Anna Virnich und Winfried Virnich, ohne die diese Ausstellung nicht möglich wäre, sowie der Kunsthochschule Mainz für die Unterstützung des Katalogs.
[ENG] The paintings move on the border between figuration and abstraction; they are characterized by intense color, which result from the use of a wide variety of painting media and the manner in which they are applied and integrated into the image. By playing with familiar ways of looking at art and evoking memories of familiar forms, the works trigger associations that are then undermined by their incompleteness. Questions arise about whether there is too much or too little. Similarly, numbers and letters can be interpreted—sometimes forming words, sometimes sentences, but at other times remaining illegible. The artist describes her work as an attempt to stimulate thought—to set the mind in motion without dictating where it should go.
Consequently, the realization remains that Rahel Sorg’s paintings cannot truly be put into words, precisely because they deliberately elude unambiguous interpretation. This is precisely where the intended effect lies: to provide food for thought, to point in various directions, and to focus the use of painting and language on being simple within complexity, without imposing guidelines or restrictions.
Pause, persevere, continue, done.
We would like to thank Lina Louisa Krämer, Deborah Sorg, Anna Virnich, and Winfried Virnich, without whom this exhibition would not have been possible, as well as the Mainz Academy of Fine Arts for its support of the catalog.


















Titelfoto: Max Eulitz © Rahel Sorg Archive
