Schlagwort: wall works

  • Lennart Lahuis – In All Weathers, 12.6. – 1.8.2026

    Lennart Lahuis – In All Weathers, 12.6. – 1.8.2026

    In All Weathers ist die erste Einzelausstellung des niederländischen Künstlers Lennart Lahuis in einem deutschen Kunstverein. Die Ausstellung untersucht Prozesse der Transformation, Instabilität und des Austauschs, die sowohl natürliche Umwelten als auch menschliche Sinn- und Bedeutungssysteme prägen.

    Im Zentrum von Lahuis’ Praxis steht das Verhältnis von Materie und Sprache. Wasser, Feuer, Luft und Erde erscheinen dabei nicht als stabile Kategorien, sondern als Kräfte in stetiger Veränderung. Sie tragen Spuren von Leben, Erinnerung und Erzählung in sich und bilden die Grundlage von Mythen, Geschichten und Wissenssystemen ohne eindeutigen Ursprung. Wie Flüsse, Sedimente oder Wettermuster werden diese Erzählungen fortwährend geformt, umgeschrieben und durch Erosion verändert.

    Die Ausstellung vereint vier Werkgruppen und verfolgt die Bewegung von Information durch unterschiedliche Aggregatzustände und Materialien. Texte treten als Spuren in getragenem Denim hervor, werden durch Schweiß und Oxidation in erhitzten Stahl eingeschrieben, erscheinen flüchtig als Wasserdampf in der Luft und bestehen als fragmentierte Inschriften in Ton fort. Sprache bleibt in all diesen Arbeiten niemals festgelegt. Sie wird von Körpern, Wettersystemen, geologischen Prozessen und Oberflächen getragen, die ihre Form fortlaufend verändern.

    Schreiben, Einschreiben und Erosion kehren in der Ausstellung als wiederkehrende Gesten wieder. Die Tonarbeiten der Serie MURMUR erinnern an archäologische Fragmente, deren Bedeutung unvollständig bleibt, während HYDROLOGY den Wasserkreislauf durch Wörter sichtbar macht, die in der Atmosphäre erscheinen und wieder verschwinden. Die Denim-Arbeiten und die CALORGRAPHS zeichnen auf ähnliche Weise Formen von Berührung und Kontakt auf und übersetzen alltägliche Gewohnheiten sowie körperliche Präsenz in subtile Zeugnisse von Zeit und Veränderung.

    Anstatt feste Bedeutungen oder eindeutige Erzählungen anzubieten, rücken die Arbeiten Prozesse des Entstehens und Verschwindens in den Vordergrund. Materie fungiert dabei als temporärer Träger von Erinnerung, während die Bedeutung fortwährender Veränderung unterliegt. Die Werke gleichen sorgfältig angelegten Versuchsanordnungen des Denkens, die die Bedingungen ihrer eigenen Möglichkeit nie vollständig festlegen können, und gerade in dieser Offenheit gewinnen sie ihre Form.

    Bio: Lennart Lahuis (NL) lebt und arbeitet in Brüssel. Er studierte am ArtEZ Institute of the Arts in Zwolle/Arnhem sowie an De Ateliers in Amsterdam. Residenzen führten ihn unter anderem an das Banff Centre for Arts and Creativity (Kanada), die Glasgow Sculpture Studios und Sundaymorning @EKWC. Seine Arbeiten waren zuletzt in Einzel- oder Duoausstellungen im Bergson (München), Museum Schloss Moyland und im Fries Museum zu sehne. In seinen skulpturalen und installativen Arbeiten verbindet Lahuis Materialität, technische Systeme und fragile Gleichgewichte.

    Kuratorische Leitung: Susanne Prinz

  • Nathan Peter – Schaufenster #11 (monstera)

    Nathan Peter – Schaufenster #11 (monstera)

    Ausstellungsdauer / Exhibition dates:
    12.6.2026 – 30.8.2026

    Eröffnung / Opening: 11.6.2026, 18h

    Der in Berlin lebende amerikanische Maler Nathan Peter hat ein neues Display für das Schaufenster des Kunstvereins entwickelt. Darin setzt er seine langjährige Auseinandersetzung mit Natur als einem Prozess kontinuierlicher Transformation fort. Seine Arbeiten entfalten sich durch Gesten der Erosion und Rekonstruktion, in denen Bilder zugleich erscheinen und sich wieder aufzulösen scheinen. Oberfläche und Struktur bleiben dabei in ständiger Bewegung, während Motiv, Wiederholung und Abstraktion nahtlos ineinander übergehen und feste Unterscheidungen zwischen Figur und Grund sowie zwischen Bild und Raum destabilisieren.

    Innerhalb der Installation erweitert sich Malerei zu einem durchlässigen räumlichen Zustand: Die Leinwand fungiert weniger als statischer Bildträger denn als poröser Körper, der visuelle Informationen aufnimmt, verteilt und neu formuliert. Was entsteht, ist kein singuläres Bild, sondern ein fortlaufender Prozess des Werdens und Verschwindens — Malerei verstanden als zugleich generativ und instabil.

    Die Installation ist 24/7 im Schaufenster des Kunstvereins zu sehen.

    Bio: Nathan Peter ist ein in Berlin lebender amerikanischer Künstler, der vor allem mit Malerei und Installation arbeitet. Er studierte Malerei an der Rhode Island School of Design, bevor er zunächst nach London und anschließend nach Berlin zog. Zahlreiche Werke sind derzeit in der Ausstellung SYMBIOSIS | Kunst zwischen Mensch und Natur in der Kunsthalle Augsburg zu sehen.

    Seine Malerei ist maßgeblich von einem längeren Studienaufenthalt in Rom geprägt. In der Auseinandersetzung mit historischen bildnerischen Referenzen ebenso wie mit zeitgenössischen materiellen Prozessen versteht Peter Malerei als einen räumlichen und zeitlichen Zustand – als etwas, das sich kontinuierlich zwischen Konstruktion und Auflösung entfaltet.

    Kuratorische Leitung: Susanne Prinz

    The Berlin-based American painter Nathan Peter has developed a new display for the Kunstverein’s window space. In it, he continues his long-standing engagement with nature as a process of continuous transformation. His works unfold through gestures of erosion and reconstruction, in which images appear to emerge and dissolve at the same time. Surface and structure remain in constant flux, while motif, repetition and abstraction seamlessly flow into one another, destabilising fixed distinctions between figure and ground, and between image and space.

    Within the installation, painting expands into a permeable spatial condition: the canvas functions less as a static support than as a porous body that absorbs, distributes and reformulates visual information. What emerges is not a singular image, but an ongoing process of becoming and unmaking — painting understood as both generative and unstable.

    The installation is on view 24/7 in the Kunstverein’s window space.

    Bio: Nathan Peter is a Berlin-based American artist working primarily with painting and installation. He studied painting at the Rhode Island School of Design before moving first to London and then to Berlin. Numerous works are currently on view at Kunsthalle Augsburg in the exhibition SYMBIOSIS | Art between Human and Nature.

    His painting is significantly shaped by an extended period of study in Rome. Engaging both historical pictorial references and contemporary material processes, Peter’s work situates painting as a spatial and temporal condition—one that continuously unfolds between construction and dissolution.

    Curatorial lead: Susanne Prinz

  • Friederike Feldmann & Paul McDevitt – Renovieren

    Friederike Feldmann & Paul McDevitt – Renovieren

    Ausstellungsdauer / Exhibition dates:
    6.3.2026 – 18.04.2026

    17.4.2026 ab/from 19 h Intervention: ITINERANT INTERLUDE #2

    Die in Berlin lebenden Künstler:innen Friederike Feldmann und Paul McDevitt präsentieren ein gemeinsames Projekt, das sich nahezu vollständig entlang der Wände des Ausstellungsraums entfaltet. Renovieren ist eine kluge, unterhaltsame und meisterhaft ausgeführte Reflexion des Mediums Malerei mit seinen eigenen Mitteln und gleichzeitig eine feinsinnige Selbstreflexion der beiden Maler:innen über ihr eigenes künstlerisches Tun. 

    Thematisch wie motivisch speist sich das Projekt im Wesentlichen aus dem Repertoire jener anderen „Maler“, der Dekorateure und Anstreicher, deren Berufsbezeichnung mit der der Künstler:innen identisch ist.

    Feldmanns expansive malerische Gesten, in denen Pinsel und Oberfläche ineinander übergehen, greifen in diesem Kontext noch stärker als sonst in die Architektur aus und lösen die Grenze zwischen Bild und Wand auf. McDevitt, dessen Praxis in Zeichnung, Druckgrafik und grafischer Intervention verwurzelt ist, bringt eine eigenständige, geschichtete Bildsprache ein, geprägt von Unmittelbarkeit und Rhythmus, verbunden mit einer überraschend spielerischen Haltung gegenüber den Werkzeugen und Materialien des handwerklichen Maleralltags, den vertrauten Utensilien seiner beruflichen Namensvetter.

    In ihrer räumlichen Verschränkung entsteht eine vielschichtige Bildarchitektur, die den Innenraum des Kunstvereins transformiert und die Besucher:innen dazu einlädt, die Wände nicht als bloßen Hintergrund, sondern als aktive, reagierende Oberflächen zu erfahren.

    Kuratorische Leitung: Susanne Prinz

    Zum Abschlusswochenende veranstalten wir einen besonderen Performance-Abend im Rahmen von ITINERANT INTERLUDES, kuratiert von Laurie Schwartz. Die Reihe bringt Künstler*innen aus den Bereichen Klang und Performance in Dialog mit aktuellen Ausstellungen in ganz Berlin und schafft Begegnungen zwischen visuellen und auditiven Praktiken.

    17. April, ab 19 Uhr: ITINERANT INTERLUDE #2: Alexey Kokhanov und Natalia Pschenitschnikova, Stimmen
    ITINERANT INTERLUDES wird unterstützt durch Initiative Neue Musik Berlin.

    Berlin-based artists Friederike Feldmann and Paul McDevitt present a joint project occupying almost the entire wall surface of the exhibition space. Renovieren – English “to renovate” – is a clever, entertaining, and masterfully executed reflection on the medium of painting using its own means, and at the same time a subtle self-reflection by the two painters on their own artistic practice.

    Thematically and materially, the project draws almost entirely on the repertoire of other “painters”: those decorators and house painters whose professional title happens to be identical to that of the artists.

    Feldmann’s expansive painterly gestures, where brush and surface blur into one another, extend in this context even more than usual onto the architecture, dissolving the boundary between image and wall. McDevitt, whose practice is rooted in drawing, print, and graphic intervention, introduces a distinct layered visual language marked by immediacy and rhythm, coupled with a surprisingly playful engagement with the tools and materials of a renovation site – the everyday instruments of his professional namesakes. In their spatial convergence, the works generate a charged visual field that transforms the interior of the Kunstverein, inviting visitors to encounter the walls not as backdrop but as active, responsive surfaces.

    Curatorial lead: Susanne Prinz

    To mark the closing weekend, we are hosting a special evening of performances as part of ITINERANT INTERLUDES, curated by Laurie Schwartz. The series brings together artists working with sound and performance in dialogue with ongoing exhibitions across Berlin, creating encounters between visual and aural practices.

    April 17, from 19 h: ITINERANT INTERLUDE #2: Alexey Kokhanov and Natalia Pschenitschnikova, Stimmen
    ITINERANT INTERLUDES is supported by: