Kategorie: Wall Works

  • Friederike Feldmann & Paul McDevitt, Renovieren

    Friederike Feldmann & Paul McDevitt, Renovieren

    Ausstellungsdauer / Exhibition dates:
    6.3.2026 – 18.04.2026

    17.4.2026 ab/from 19 h Intervention: ITINERANT INTERLUDE #2

    Die in Berlin lebenden Künstler:innen Friederike Feldmann und Paul McDevitt präsentieren ein gemeinsames Projekt, das sich nahezu vollständig entlang der Wände des Ausstellungsraums entfaltet. Renovieren ist eine kluge, unterhaltsame und meisterhaft ausgeführte Reflexion des Mediums Malerei mit seinen eigenen Mitteln und gleichzeitig eine feinsinnige Selbstreflexion der beiden Maler:innen über ihr eigenes künstlerisches Tun. 

    Thematisch wie motivisch speist sich das Projekt im Wesentlichen aus dem Repertoire jener anderen „Maler“, der Dekorateure und Anstreicher, deren Berufsbezeichnung mit der der Künstler:innen identisch ist.

    Feldmanns expansive malerische Gesten, in denen Pinsel und Oberfläche ineinander übergehen, greifen in diesem Kontext noch stärker als sonst in die Architektur aus und lösen die Grenze zwischen Bild und Wand auf. McDevitt, dessen Praxis in Zeichnung, Druckgrafik und grafischer Intervention verwurzelt ist, bringt eine eigenständige, geschichtete Bildsprache ein, geprägt von Unmittelbarkeit und Rhythmus, verbunden mit einer überraschend spielerischen Haltung gegenüber den Werkzeugen und Materialien des handwerklichen Maleralltags, den vertrauten Utensilien seiner beruflichen Namensvetter.

    In ihrer räumlichen Verschränkung entsteht eine vielschichtige Bildarchitektur, die den Innenraum des Kunstvereins transformiert und die Besucher:innen dazu einlädt, die Wände nicht als bloßen Hintergrund, sondern als aktive, reagierende Oberflächen zu erfahren.

    Kuratorische Leitung: Susanne Prinz

    Zum Abschlusswochenende veranstalten wir einen besonderen Performance-Abend im Rahmen von ITINERANT INTERLUDES, kuratiert von Laurie Schwartz. Die Reihe bringt Künstler*innen aus den Bereichen Klang und Performance in Dialog mit aktuellen Ausstellungen in ganz Berlin und schafft Begegnungen zwischen visuellen und auditiven Praktiken.

    17. April, ab 19 Uhr: ITINERANT INTERLUDE #2: Alexey Kokhanov und Natalia Pschenitschnikova, Stimmen
    ITINERANT INTERLUDES wird unterstützt durch Initiative Neue Musik Berlin.

    Berlin-based artists Friederike Feldmann and Paul McDevitt present a joint project occupying almost the entire wall surface of the exhibition space. Renovieren – English “to renovate” – is a clever, entertaining, and masterfully executed reflection on the medium of painting using its own means, and at the same time a subtle self-reflection by the two painters on their own artistic practice.

    Thematically and materially, the project draws almost entirely on the repertoire of other “painters”: those decorators and house painters whose professional title happens to be identical to that of the artists.

    Feldmann’s expansive painterly gestures, where brush and surface blur into one another, extend in this context even more than usual onto the architecture, dissolving the boundary between image and wall. McDevitt, whose practice is rooted in drawing, print, and graphic intervention, introduces a distinct layered visual language marked by immediacy and rhythm, coupled with a surprisingly playful engagement with the tools and materials of a renovation site – the everyday instruments of his professional namesakes. In their spatial convergence, the works generate a charged visual field that transforms the interior of the Kunstverein, inviting visitors to encounter the walls not as backdrop but as active, responsive surfaces.

    Curatorial lead: Susanne Prinz

    To mark the closing weekend, we are hosting a special evening of performances as part of ITINERANT INTERLUDES, curated by Laurie Schwartz. The series brings together artists working with sound and performance in dialogue with ongoing exhibitions across Berlin, creating encounters between visual and aural practices.

    April 17, from 19 h: ITINERANT INTERLUDE #2: Alexey Kokhanov and Natalia Pschenitschnikova, Stimmen
    ITINERANT INTERLUDES is supported by:
  • Völkerfreundschaft */* Access All Areas (AAAAAAAAA), Eric Meier

    Eröffnung / Opening: 14.9.2024, 14-18 h

    Ausstellung / Exhibition: 14.9. – 31.3.2025
    Öffnungszeiten / Opening hours: 24/7 (Völkerfreundschaft) / Do-Sa 14-18 h*

    Die Installation Völkerfreundschaft befindet sich auf der Grünfläche zwischen Almstadt- und Rosa-Luxemburg-Straße, Access All Areas (AAAAAAAAA) im Foyer des Kunstvereins. / The sculpture is located on the public green between Almstadt- and Rosa-Luxemburg-Straße, Access All Areas (AAAAAAAAA) in the foyer of the Kunstverein.

    In den Werken Völkerfreundschaft und Access All Areas (AAAAAAAAA) greift Eric Meier die Dynamik des Unfertigen, Prozesshaften und des politischen Statements auf. Völkerfreundschaft ist eine Bodeninstallation, die durch ihre bewusst unfertige, provisorische Anmutung sowohl dystopische Elemente der DDR-Vergangenheit als auch utopische Visionen zukünftigen Zusammenlebens reflektiert. Der Einsatz von fusionierten Glasskulpturen und Betonelementen verstärkt diesen zeitlichen Schwebezustand zwischen Vergangenheit und Zukunft.

    Diese Idee des Unvollendeten hat ein Echo in der Wandarbeit Access All Areas (AAAAAAAAA), die den Anarchiegedanken und die Frage nach Zugänglichkeit thematisiert. Wie ein Slogan, als wäre er von Jugendlichen in den Raum geworfen, greift das Werk politische Gesten auf und hinterfragt dabei gesellschaftliche Strukturen in einer Zeit wachsender Unsicherheit.

    Beide Werke vereint eine für den Künstler typische ironische Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei sie auf unterschiedlichen Ebenen die Frage nach Zugehörigkeit und Zugang in der modernen Gesellschaft stellen.

    Meiers Fotografien, Skulpturen und Videoarbeiten zeigen stets urbane Räume und Fragmente, in die sich Zeichen der postsozialistischen Transformation und der Verlust gesellschaftlicher Utopie eingeschrieben haben. Fotografien werden dabei zu Indikatoren von Wandel, die gleichermaßen von individuellen Mythologien wie kollektiven Umkodierungen oder Überformungen zeugen. Dies setzt sich in Meiers Installationen fort, die seine fotografische Arbeit mit Räumen aus Waschbeton, Second-Hand-Textilien und fusioniertem Glas verbinden. Dabei öffnet sich ein dritter, ästhetischer Raum, der irgendwo zwischen Utopie und Dystopie angesiedelt ist. Meiers Rhetorik ist vielschichtig, aber agiert nicht im Verborgenen. Themen des Scheiterns, des Verlustes, oder sozialer Identität ist der Arbeit inhärent. Er legt den Status-Quo des Umgangs mit städtischen wie medialen öffentlichen Räumen offen, in denen Verrohung und Vernachlässigung oft Teil der Realität ist.

    Eric Meier( *1989 in Berlin, DDR, aufgewachsen in Frankfurt an der Oder) lebt in Berlin. Meier studierte an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und an der Universität der Künste Berlin

    Kuratiert von Susanne Prinz.

    In his new works Völkerfreundschaft and Access All Areas (AAAAAAAAAAA), Eric Meier picks up on the dynamics of the unfinished, the processual and the political statement. Völkerfreundschaft is a floor installation that reflects both dystopian elements of the GDR past and utopian visions of future coexistence through its deliberately unfinished, provisional appearance. The use of fused glass sculptures and concrete elements reinforces this temporal limbo between past and future.

    This idea of the unfinished is echoed in the wall piece Access All Areas (AAAAAAAAA), which thematises the idea of anarchy and the question of accessibility. Like a slogan, as if literally thrown into the room by young people, the work picks up on political gestures and questions social structures in a time of growing insecurity.

    Both works are united by an ironic examination of the past, present and future, posing the question of belonging and access in modern society on different levels.

    Eric Meier’s photographs, sculptures, and video works consistently depict urban spaces and fragments that bear the marks of post-socialist transformation and the loss of societal utopia. His photographs become indicators of change, reflecting both individual mythologies and collective re-codings or overwrites. This theme extends into Meier’s installations, which integrate his photographic work with spaces made of exposed aggregate concrete, second-hand textiles, and fused glass. These installations create a third, aesthetic space situated somewhere between utopia and dystopia. Meier’s rhetoric is multilayered, yet it does not operate in secrecy. Themes of failure, loss, and social identity are inherent in his work. He exposes the status quo of how urban and media-driven public spaces are treated, where coarsening and neglect are often part of the reality.

    Eric Meier (born 1989 in Berlin, GDR, and raised in Frankfurt an der Oder) lives in Berlin. Meier studied at the Ostkreuz School of Photography in Berlin, the Academy of Fine Arts Leipzig, and the Berlin University of the Arts.

    Curated by Susanne Prinz.

     

     

     

     

    * an gesetzlichen Feiertagen geschlossen / closed on public holidays

    Unterstützt von / supported by IBAUmbh, Berlin.

  • Haleh Redjaian Wall Work #38

     

    Eröffnung / Opening: 21. März 2024, 19h

    Installationsdauer / Installation duration: 22.3. – 13.7.2024

    Öffnungszeiten / Opening hours: Mo – Sa zu Bürozeiten / Mon – Sat during office hours und Vereinbarung / and by appointment

    Haleh Redjaian ist eine Künstlerin von bemerkenswerter Vielseitigkeit. Basierend auf der Zeichnung arbeitet sie in zahlreichen Medien von Textilien bis hin zu Wand- und Rauminstallationen. Dabei offenbaren ihre abstrakten Werke und komplexen Ordnungssysteme eine tiefe Verwurzelung in rationalen Linien und Formen, die durch fortwährende Experimente stets neue Strukturen und Geometrien hervorbringen.

     

    Eine besondere Rolle spielen Redjaians ortsspezifische Installationen, in denen der Raum selbst zur Hauptfigur wird, der durch die Installationen eine neue Identität erhält. Die flexible Anpassung an die gegebene Fläche ist dabei für Redjaian unerlässlich.

     

    Auch Wall Work # 38 – neu konzipiert für das Foyer des Kunstvereins – zeugt mit seinem scheinbar endlosen Reihen hauchfeiner, von Hand gefertigter Elemente vom scharfen Fokus der Künstlerin auf Detailarbeit. Durch das Einbringen von zufälligen Unregelmäßigkeiten in ihre Muster und Ordnungssysteme entsteht dabei ein subtiles Bild latenten Zerfalls, das mit den Konzepten von Ordnung und Chaos, Wiederholung und Fragmentierung spielt und den Betrachter zwingt, die eigene Wahrnehmung ständig zu hinterfragen.

     

    EN

    Haleh Redjaian is an artist of remarkable versatility. Based on drawing, she works in numerous media from textiles to wall and room installations. Her abstract works and complex systems of order reveal a deep attachment to rational lines and forms that constantly generate new structures and geometries through continuous experimentation.

     

    Redjaian’s site-specific installations play a specific role, in which the space itself becomes the main character and is given a new identity through the installations. Thereby flexible adaptation to the given space is essential for Redjaian.

     

    Wall Work #38 – newly conceived for the Kunstverein’s foyer – with its seemingly endless rows of wafer-thin, hand-made elements, also testifies to the artist’s sharp focus on detail work. By introducing random irregularities into her patterns and systems of order, she creates a subtle image of latent decay that plays with the concepts of order and chaos, repetition and fragmentation, forcing the viewer to constantly question their own perception.

  • Control Burn, Florian Raditsch

     

    Einweihung / Inauguration: 23.11.23, 19 h

    Eine Installation im Foyer des L40 und darüber hinaus / An installation in the foyer of L40 and beyond

    Zu sehen | On view: 24.11.23 – 2.3.24
    Öffnungszeiten | opening times: Wochentags während regulärer Bürozeiten  + Sa 14-18 h | Weekdays during regular office hours + Sat 14-18 h

    Die Arbeit des östereichisch-amerikanischen Künstlers Florian Raditsch verbindet in einmaliger Art Volkskunst und außereuropäische Traditionen mit der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts. In verschiedene Techniken und Medien verschmilzt er seine Quellen in einem neuen aktuellen Kosmos, den ein sensibles Bewusstsein für die Natur durchdringt. Raditsch wuchs in der Sierra Nevada und im kalifonischen Hochland zwischen Farmern und Aussteigern aller Richtungen auf. Thematische Überschneidungen zwischen dieser Prägung und den Ideen der frühen Avantgarden sind zahlreich. In ihm spielen Ausdruckstanz, Spiritismus, das ES der Beatniks oder indigene Rituale genauso eine Rolle wie reale Feuersbrünste, deren explosive Energie und allegorische Präsenz in ihrem neuen Kontext mitten in Berlin eine zusätzliche Deutung erfahren. Denn die Stadt mit seinem Umland war ehemals ein Hotspot reformatorischer Ideen in allen Bereichen des Lebens von der Kunst, über Ernährung bis zur Pädagogik. Heute vergeht kein Sommer ohne Waldbrände und die Seen verschwinden vor unseren Augen.

    Control Burn ist Florian Raditsch’ erste Ausstellung in Berlin. Sie ist Teil der mehrjährigen Reihe der Wall Works, kuratiert von Susanne Prinz.

    The work of the Austrian-American artist Florian Raditsch uniquely combines folk art and non-European traditions with the modernism of the early 20th century. Using a variety of techniques and media, he fuses his sources into a new contemporary cosmos that is permeated by a sensitive awareness of nature. Raditsch grew up in the Sierra Nevada and in the Californian foothills among ranchers and eccentrics of all orientations. There are numerous thematic overlaps between this influence and the ideas of the early avant-gardes. Expressive dance, spiritualism, the IT of the beatniks and indigenous rituals play just as much a role in it as real fires, whose explosive energy and allegorical presence are given an additional interpretation in their new context in the centre of Berlin. The city and its surroundings were once a hotspot of reformatory ideas in all areas of life, from art and nutrition to education. Today, not a summer goes by without forest fires and the lakes are disappearing before our eyes.

    Control Burn is Florian Raditsch’s first exhibition in Berlin. It is part of the ongoing series of wall works curated by Susane Prinz.

  • petrichor, Vikenti Komitski

    Einweihung / Inauguration: 16.09.23, 13-18 h
    Eine Installation im Foyer des L40 / An installation in the foyer of L40

     

    Wenn im Sommer leichter Regen auf Pflanzen und von der Sonne erwärmte Straßen trifft, entsteht ein ganz besonderer Geruch: Petrichor. Ein Geruch, der intensiv an schöne Sommererlebnisse erinnert und zugleich die einer Erinnerungen stets innenwohnende Melancholie mit sich trägt. Vikenti Komitskis Installation gleichen Namens im Foyer des L40 folgt dieser Spur und verbindet sie mit der Traurigkeit, die speziell durch die Entfremdung und Einsamkeit im modernen, industrialisierten Leben entsteht.

    Im Zentrum der Arbeit steht ein verfremdeter Leuchtkasten mit der Abbildung einer Weltkugel und dem Zusatz Weltschmerz. Es stammt aus dem Berliner Hotel Mondial am Kurfürstendamm 47, das vor einiger Zeit abgerissen und durch ein Bürohaus ersetzt wurde. Tatsächlich erinnert Komitskis Installation an die Lobby eines Bürogebäudes oder eben eines Hotels. Diese allerdings sind nicht auf Hochglanz poliert, sondern eher in einem gebrauchten Zustand.

    Quasi als Kommentar oder Erklärung verweist auf der anderen Seite des Raumes eine Tapete mit Motiven aus dem Buch Illustrations of Madness von John Haslam aus dem Jahr 1810 auf eben jene Moderne, die damals ihren Anfang nahm und sich heute sich mit zunehmender Geschwindigkeit selbst überschreibt.  Haslams Buch enthält die erste psychiatrische Beschreibung einer sog. Beeinflussungsmaschine, also einer fiktiven technischen Apparatur, auf deren verborgene Einwirkung psychotische Patienten ihre Erlebnisse der Fremdsteuerung zurückführen. Abgebildet ist ein Mann verstrickt in eine Maschinen ähnliche Konstruktion, die an Proto-Computerserver also quasi eine Büroumgebung erinnert.

    Inzwischen haben Technologien – von der Elektrizität, übers Telefon bis zum Laser – als Ursache psychischer Störungen die zuvor als externe Verursacher identifizierten Teufel und Dämonen in der Psychopathologie abgelöst. Diese skurrile Parallelgeschichte der Technik im paranoiden Wahn erfährt eine gewisse Korrektur durch ein gewaltig X, das sowohl im Bild wie real im Raum erscheint. In Verbindung von Zeichen und Bildzitat entsteht eine gewisse Ambiguität, die Vorstellungen von unsichtbaren Prozessen und Kontrollmitteln, die die Realität formen, evoziert und gleichzeitig löscht. Zurück bleibt das Gefühl einer „tiefen Traurigkeit über die Unzulänglichkeit der Welt“  – eben jener nur auf Deutsch existierende Weltschmerz. (Jean Paul)

    Die Installation ist der laufenden Serie Wall Works, kuratiert von Susanne Prinz.


    EN: In summer, when light rain hits plants and streets warmed by the sun, a very special smell is created: Petrichor. A smell that intensely recalls beautiful summer experiences and at the same time carries with it the melancholy that is always inherent in memories. Vikenti Komitski’s installation of the same name in the foyer of the L40 follows this trail and connects it with the sadness that arises specifically from alienation and loneliness in modern, industrialised life.

    At the centre of the work is an alienated light box with an image of a globe and the word Weltschmerz. It comes from Berlin’s Hotel Mondial at Kurfürstendamm 47, which was demolished some time ago and replaced by an office building. Indeed, Komitski’s installation is reminiscent of the lobby of an office building or indeed a hotel. These, however, are not polished to a high sheen, but rather in a used condition.

    On the other side of the room, a wallpaper with motifs from the book Illustrations of Madness by John Haslam from 1810 refers, as a commentary or explanation, to the very modernity that began at that time and is today overwriting itself with increasing speed. Haslam’s book contains the first psychiatric description of a so-called influence machine, i.e. a fictitious technical apparatus to whose hidden influence psychotic patients attribute their experiences of external control. A man is depicted entangled in a machine-like construction, reminiscent of a proto-computer server, i.e. a quasi office environment.

    In the meantime, technologies – from electricity to telephones to lasers – have replaced the devils and demons previously identified as external causes in psychopathology as the cause of mental disorders. This bizarre parallel history of technology in paranoid delusion is somewhat corrected by a massive X that appears both in the image and in real space. Combining sign and image quotation, a certain ambiguity emerges that evokes and simultaneously erases notions of invisible processes and means of control that shape reality. What remains is the feeling of a „deep sadness at the inadequacy of the world“ – precisely that Weltschmerz that exists only in German. (Jean Paul)

    The installation is part of the ongoing series Wall Works, curated by Susanne Prinz.

    Vielen Dank an

     

  • Paul McDevitt & Tommy Støckel
    HERMES

     

    Hermes is a site-specific wall painting made by artists Paul McDevitt and Tommy Støckel as a supplement to their recent project Unwearable, also at Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz. Working with repeat patterns and everyday imagery, Hermes acknowledges the Linienstr. 40 lobby as a transitionary space for deliveries and collections.

    The painting is part of the ongoing series Wall Works curated by Susanne Prinz.

  • Pauline KraneisMIGRATORY PATTERN OF A SEABIRD

    Pauline Kraneis
    MIGRATORY PATTERN OF A SEABIRD

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    Pauline Kraneis, MIGRATORY PATTERN OF A SEABIRD

    Einweihung / Inauguration: 16.11.22, 18 h

    Eine Installation im Foyer des L40 / An installation in the foyer of L40

    Dauerhaft zu sehen / permanently on view 17.11.22 – 12.03.23

     

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    Die Berliner Künstlerin Pauline Kraneis beschäftigt sich seit vielen Jahren mit urbanen Grenzräumen. Dazu gehören Flughäfen, Hotels, Rolltreppen, Bahnsteige oder Eingangsräume. Orte, an denen sich physische und figurative Räume der Liminalität überschneiden. Normalerweise haben diese eine hohe, liquide Energie. Sie sind interessante, lebendige Orte, die sich ständig im Flux befinden.

    Korridore und Eingangshallen sind transitorische Räume par excellence, die in der Architektur als „physische Räume zwischen einem Ziel und dem nächsten“ definiert sind. Neben dieser Verteilfunktion bieten solche Grenzräume aber auch ein informelles Umfeld, in dem Gespräche und Austausch ohne organisatorische Konventionen stattfinden können. Das kann verunsichern, bietet aber auch die Chance, Normen, Verhaltensweisen und Identitäten außer Kraft zu setzen, weil man sich außerhalb klar definierter Rollen begegnet.

    Diese changierende Vieldeutigkeit ist der Ausgangspunkt von Kraneis‘ Wandarbeit für das Foyer des Kunstvereins. Sie setzt dessen kühlen Architektur eine private Landschaft entgegen, die nicht unmittelbar einzuordnen ist. Fragmentierte Objekte schweben nun im Zustand der Auflösung über einem undefinierten Raum. Das Foyer wird zum individuellen Passagenraum, bevölkert von einen Teppichfragment, vielleicht einer Gardine, Schreibutensilien oder Akten. Allesamt Spuren oder Fäden, die man auf- und mitnehmen kann, um an anderer Stelle neu anzuknüpfen oder einen neuen Ort zu schaffen – mit dem Teppich als Passage, der Gardine, dem Fenster als Übergang zwischen Innen und Außen – hier und bald.

    So verwandelt, wird aus einem Foyer ein Ort, an dem alles passieren kann.

    Die Wandarbeit ist Teil der laufenden Serie Wall Works, die von Susanne Prinz kuratiert wird.

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    The Berlin artist Pauline Kraneis has been working with urban transitory spaces for many years. These include airports, hotels, escalators or train platforms. Places where physical and figurative spaces of liminality intersect. Usually these have a high, liquid energy. They are interesting, lively places that are constantly in flux.

    Corridors and entrance halls are transitory spaces par excellence, defined in architecture as „physical spaces between one destination and the next“. In addition to this distributive function, however, such border spaces also offer an informal environment in which conversations and exchanges can take place without organisational conventions. This can be unsettling, but also offers the chance to suspend norms, behaviours and identities because people meet outside clearly defined roles.

    This oscillating ambiguity is the starting point of Kraneis‘ wall piece for the foyer of the Kunstverein. She contrasts its cool architecture with a private landscape that cannot be immediately classified. Fragmentary objects now float in a state of dissolution above an undefined space. The foyer becomes an individual passage space, populated by a carpet fragment, perhaps a curtain, writing utensils or files. All of these are traces or threads that can be picked up and taken away in order to link up again elsewhere or to create a new place – with the carpet as a passage, the curtain, the window as a transition between inside and outside – here and soon. Thus transformed, a foyer can be a place where anything can happen.

    The work is part of the ongoing series Wall Works, curated by Susanne Prinz.

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    Die Ausstellung wird unterstützt von | the exhibition is supported by Stiftung Kunstfonds

     

  • Carlos Noronha Feio, (grow flowers!)

     

    Carlos Noronha Feio
    (grow flowers!)

    Installationsdauer: Herbst 2022 | zu Bürozeiten geöffnet

    Die Installation (grow flowers!) lenkt unseren Blick vom Himmel auf die Erde, indem sie uns apodiktisch auffordert, Blumen zu pflanzen. Das ist an sich nie eine schlechte Idee und erfreut sich derzeit so großer Beliebtheit, dass überall in den Stadtzentren Bürgergärten entstehen. Das sogenannte Guerilla Gardening ist nicht zuletzt eine Reaktion auf immer weniger Grün in der Stadt, architektonischen Tristesse, steigende Luftverschmutzung und das Bedürfnis, die Stadt wieder als soziale Gemeinschaft zu erleben.

    Die Arbeit war eine der ersten Arbeiten, die der Künstler im Rahmen seiner Textserie produzierte. Sie existiert in mehreren Sprachvarianten, was der Künstler als integralen Teil des Werks sieht. Das kurze Zitat – im Original Russisch – stammt aus dem „Gedicht über Blumen“ des nonkonformistischen sowjetischen Dichters Genrikh Sapgir (Heinrich Sapgir). In diesem Gedicht adressiert Sapgir verschiedene Berufsgruppen aus unterschiedlichen Bereichen des Lebens und spricht sie direkt an; letztlich um ihre Arbeit in Frage zu stellen und sie aufzufordern, stattdessen Blumen zu züchten. „Lasst Blumen wachsen, lasst Ideen wachsen, lasst die Setzlinge eures eigenen Schaffens wachsen und kultiviert euch selbst und andere.

    Die Installation ist Teil der laufenden Serie Wall Works, die von Susanne Prinz kuratiert wird.

    EN

    The work (grow flowers!) directs our gaze from the sky to the earth by asking us to plant flowers. This is never a bad idea in itself and is currently so popular that civic gardens are springing up all over city centres. This so-called Guerilla Gardening is not least a reaction to less and less green in the city, architectural dreariness, increasing air pollution and the need to experience the city as a social community.

    The work was one of the first pieces the artist produced in his text-series. It exists in several language variants, which the artist sees as an integral part of the work. Originally Russian, the expression derives from the ‘poem on flowers’ by Soviet non-conformist poet Genrikh Sapgir. In this poem, Sapgir talks to various professional groups from different parts of life. He addresses them directly, ultimately questioning their work and asking them to grow flowers instead. “Grow Flowers, grow ideas, grow the seedlings of your own making, and cultivate yourself and others.”

    The installation is part of the ongoing series Wall Works, curated by Susanne Prinz.

     

    The views expressed herein can in no way be taken to reflect the official opinion of the European Union.

     

  • Carlos Noronha Feio, (lasst blumen wachsen!)

    Carlos Noronha Feio
    (lasst blumen wachsen!)

    Installationsdauer: 9.6. – 31.8.2023 | zu Bürozeiten geöffnet

    Im Herbst 2022 zeigten wir im Foyer des L40 die Installation des portugiesische Künstler Carlos Noronha Feio (grow flowers!). Planmäßig folgt nun die deutsche Version (lasst blumen wachsen!), die Teil einer sich entwickelnden Reihe anderer sprachlichen Varianten ist. Die Hintergrundfarbe, die Irina Gheorghe aus dem Farbrepertoire der Melodramen von Douglas Sirk ausgewählt hat,  verbindet das Foyer des Kunstvereins situativ mit der parallel laufenden Ausstellung  High Heel Communism im zweiten Stock. 

    Die Installation (lasst blumen wachsen!) lenkt unseren Blick vom Himmel auf die Erde, indem sie uns apodiktisch auffordert, Blumen zu pflanzen. Das ist an sich nie eine schlechte Idee und erfreut sich derzeit so großer Beliebtheit, dass überall in den Stadtzentren Bürgergärten entstehen. Das sogenannte Guerilla Gardening ist nicht zuletzt eine Reaktion auf immer weniger Grün in der Stadt, architektonischen Tristesse, steigende Luftverschmutzung und das Bedürfnis, die Stadt wieder als soziale Gemeinschaft zu erleben.

    Die Arbeit war eine der ersten Arbeiten, die der Künstler im Rahmen seiner Textserie produzierte. Sie existiert in mehreren Sprachvarianten, was der Künstler als integralen Teil des Werks sieht. Das kurze Zitat – im Original Russisch – stammt aus dem „Gedicht über Blumen“ des nonkonformistischen sowjetischen Dichters Genrikh Sapgir (Heinrich Sapgir). In diesem Gedicht adressiert Sapgir verschiedene Berufsgruppen aus unterschiedlichen Bereichen des Lebens und spricht sie direkt an; letztlich um ihre Arbeit in Frage zu stellen und sie aufzufordern, stattdessen Blumen zu züchten. „Lasst Blumen wachsen, lasst Ideen wachsen, lasst die Setzlinge eures eigenen Schaffens wachsen und kultiviert euch selbst und andere.

    EN

    In autumn 2022, we showed the installation by Portuguese artist Carlos Noronha Feio (grow flowers!) in the foyer of L40. As planned, the German version now follows (lasst blumenwachsen!), which is part of an evolving series of other linguistic variants. The background colour, chosen by Irina Gheorghe from the colour repertoire of Douglas Sirk’s melodramas, situationally connects the foyer of the Kunstverein with the parallel exhibition High Heel Communism on the second floor.

    The work (lasst blumen wachsen!) directs our gaze from the sky to the earth by asking us to plant flowers. This is never a bad idea in itself and is currently so popular that civic gardens are springing up all over city centres. This so-called Guerilla Gardening is not least a reaction to less and less green in the city, architectural dreariness, increasing air pollution and the need to experience the city as a social community.

    The work was one of the first pieces the artist produced in his text-series. It exists in several language variants, which the artist sees as an integral part of the work. Originally Russian, the expression derives from the ‘poem on flowers’ by Soviet non-conformist poet Genrikh Sapgir. In this poem, Sapgir talks to various professional groups from different parts of life. He addresses them directly, ultimately questioning their work and asking them to grow flowers instead. “Grow Flowers, grow ideas, grow the seedlings of your own making, and cultivate yourself and others.”

    The views expressed herein can in no way be taken to reflect the official opinion of the European Union.

     

  • 2052 – KUNST ZUR KLIMAKATASTROPHE

     

     

     

     

     

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    shirtweniger-beschnitten
    Das T-Shirt von Beat Gipp ist beim Kunstverein für 10 Euro käuflich zu erwerben.

    Eröffnung mit Performance von Katrin Glanz: 14. April 2022 | 18h

    Künstler*Innen: Monica Bonvicini, Elisa Sophia Braun, Claus Föttinger, Katrin Glanz, Beat Gipp, Shila Khatami, Dan Perjovschi, Andrea Pichl, Jost Wischnewski, Johannes Wohnseifer, Marina Naprushkina, Christine Würmell, Matthias Sturm, Andreas Templin, Oliver Ressler, Stefanie von Schroeter, Silke Wagner, Lena von Goedeke, Joulia Strauss, Andreas Koch, Marie S. Ueltzen, Anna Meyer, Peter Niemann, Jonathan Monk, Bhima Griem

    Kurator: Raimar Stange

    Anschließend vom 14.4. – 18.6.2022 im Foyer des Kunstvereins und Tor-/Karl-Liebknecht-Straße

    Die Eisschmelze an den Polarkappen nimmt rapide zu, der CO2-Ausstoß ist nicht in den Griff zu bekommen und die Erderwärmung steigt unentwegt – der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten. Der Corona-Krise und jetzt dem Ukraine-Krieg aber ist es geschuldet, den Klimawandel wieder weitestgehend aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verdrängt zu haben. Die aktuelle Notlage scheint dringender zu sein als die vermeintlich weniger akute des Klimawandels. Aber nicht nur der Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Zizek hat richtig festgestellt, dass die Klimakatastrophe von uns weit mehr abverlangen wird als derzeit die Corona-Pandemie.

    Die Ausstellung „2052“ versucht den Klimawandel wieder in das Licht der Öffentlichkeit zu stellen. Um möglichst viele Menschen ansprechen zu können, begibt sie sich darum mit ihren Exponaten aus dem white cube heraus und geht mitten hinein in den öffentlichen Raum. 22 nationale und internationale Künstler*innen unterschiedlicher Generationen hat Raimar Stange für „2052“ um künstlerische Beiträge gebeten, die in Form von im Außenraum platzierbare Plakate sowie als dort zu verteilende Flugblätter konzipiert sind.

    Thematisch schließt die Ausstellung „2052“ an die Ausstellung „2050“ an, die 2019 im Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen war.

    Es erscheint ein Katalog

    Dank an Dipl.-Ing. Ingo Sturm, München