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  • Nathan Peter, Schaufenster #11 (monstera)

    Nathan Peter, Schaufenster #11 (monstera)

    Ausstellungsdauer / Exhibition dates:
    12.6.2026 – 30.8.2026

    Eröffnung / Opening: 11.6.2026, 18h

    Der in Berlin lebende amerikanische Maler Nathan Peter hat ein neues Display für das Schaufenster des Kunstvereins entwickelt. Darin setzt er seine langjährige Auseinandersetzung mit Natur als einem Prozess kontinuierlicher Transformation fort. Seine Arbeiten entfalten sich durch Gesten der Erosion und Rekonstruktion, in denen Bilder zugleich erscheinen und sich wieder aufzulösen scheinen. Oberfläche und Struktur bleiben dabei in ständiger Bewegung, während Motiv, Wiederholung und Abstraktion nahtlos ineinander übergehen und feste Unterscheidungen zwischen Figur und Grund sowie zwischen Bild und Raum destabilisieren.

    Innerhalb der Installation erweitert sich Malerei zu einem durchlässigen räumlichen Zustand: Die Leinwand fungiert weniger als statischer Bildträger denn als poröser Körper, der visuelle Informationen aufnimmt, verteilt und neu formuliert. Was entsteht, ist kein singuläres Bild, sondern ein fortlaufender Prozess des Werdens und Verschwindens — Malerei verstanden als zugleich generativ und instabil.

    Die Installation ist 24/7 im Schaufenster des Kunstvereins zu sehen.

    Bio: Nathan Peter ist ein in Berlin lebender amerikanischer Künstler, der vor allem mit Malerei und Installation arbeitet. Er studierte Malerei an der Rhode Island School of Design, bevor er zunächst nach London und anschließend nach Berlin zog. Zahlreiche Werke sind derzeit in der Ausstellung SYMBIOSIS | Kunst zwischen Mensch und Natur in der Kunsthalle Augsburg zu sehen.

    Seine Malerei ist maßgeblich von einem längeren Studienaufenthalt in Rom geprägt. In der Auseinandersetzung mit historischen bildnerischen Referenzen ebenso wie mit zeitgenössischen materiellen Prozessen versteht Peter Malerei als einen räumlichen und zeitlichen Zustand – als etwas, das sich kontinuierlich zwischen Konstruktion und Auflösung entfaltet.

    Kuratorische Leitung: Susanne Prinz

    The Berlin-based American painter Nathan Peter has developed a new display for the Kunstverein’s window space. In it, he continues his long-standing engagement with nature as a process of continuous transformation. His works unfold through gestures of erosion and reconstruction, in which images appear to emerge and dissolve at the same time. Surface and structure remain in constant flux, while motif, repetition and abstraction seamlessly flow into one another, destabilising fixed distinctions between figure and ground, and between image and space.

    Within the installation, painting expands into a permeable spatial condition: the canvas functions less as a static support than as a porous body that absorbs, distributes and reformulates visual information. What emerges is not a singular image, but an ongoing process of becoming and unmaking — painting understood as both generative and unstable.

    The installation is on view 24/7 in the Kunstverein’s window space.

    Bio: Nathan Peter is a Berlin-based American artist working primarily with painting and installation. He studied painting at the Rhode Island School of Design before moving first to London and then to Berlin. Numerous works are currently on view at Kunsthalle Augsburg in the exhibition SYMBIOSIS | Art between Human and Nature.

    His painting is significantly shaped by an extended period of study in Rome. Engaging both historical pictorial references and contemporary material processes, Peter’s work situates painting as a spatial and temporal condition—one that continuously unfolds between construction and dissolution.

    Curatorial lead: Susanne Prinz

  • Lennart Lahuis, In All Weathers

    Lennart Lahuis, In All Weathers

    Ausstellungsdauer / Exhibition dates:
    12.6.2026 – 1.8.2026

    Eröffnung / Opening: 11.6.2026, 18h

    In All Weathers ist die erste Einzelausstellung des niederländischen Künstlers Lennart Lahuis in einem deutschen Kunstverein. Die Ausstellung untersucht Prozesse der Transformation, Instabilität und des Austauschs, die sowohl natürliche Umwelten als auch menschliche Sinn- und Bedeutungssysteme prägen.

    Im Zentrum von Lahuis’ Praxis steht das Verhältnis von Materie und Sprache. Wasser, Feuer, Luft und Erde erscheinen dabei nicht als stabile Kategorien, sondern als Kräfte in stetiger Veränderung. Sie tragen Spuren von Leben, Erinnerung und Erzählung in sich und bilden die Grundlage von Mythen, Geschichten und Wissenssystemen ohne eindeutigen Ursprung. Wie Flüsse, Sedimente oder Wettermuster werden diese Erzählungen fortwährend geformt, umgeschrieben und durch Erosion verändert.

    Die Ausstellung vereint vier Werkgruppen und verfolgt die Bewegung von Information durch unterschiedliche Aggregatzustände und Materialien. Texte treten als Spuren in getragenem Denim hervor, werden durch Schweiß und Oxidation in erhitzten Stahl eingeschrieben, erscheinen flüchtig als Wasserdampf in der Luft und bestehen als fragmentierte Inschriften in Ton fort. Sprache bleibt in all diesen Arbeiten niemals festgelegt. Sie wird von Körpern, Wettersystemen, geologischen Prozessen und Oberflächen getragen, die ihre Form fortlaufend verändern.

    Schreiben, Einschreiben und Erosion kehren in der Ausstellung als wiederkehrende Gesten wieder. Die Tonarbeiten der Serie MURMUR erinnern an archäologische Fragmente, deren Bedeutung unvollständig bleibt, während HYDROLOGY den Wasserkreislauf durch Wörter sichtbar macht, die in der Atmosphäre erscheinen und wieder verschwinden. Die Denim-Arbeiten und die CALORGRAPHS zeichnen auf ähnliche Weise Formen von Berührung und Kontakt auf und übersetzen alltägliche Gewohnheiten sowie körperliche Präsenz in subtile Zeugnisse von Zeit und Veränderung.

    Anstatt feste Bedeutungen oder eindeutige Erzählungen anzubieten, rücken die Arbeiten Prozesse des Entstehens und Verschwindens in den Vordergrund. Materie fungiert dabei als temporärer Träger von Erinnerung, während die Bedeutung fortwährender Veränderung unterliegt. Die Werke gleichen sorgfältig angelegten Versuchsanordnungen des Denkens, die die Bedingungen ihrer eigenen Möglichkeit nie vollständig festlegen können, und gerade in dieser Offenheit gewinnen sie ihre Form.

    Bio: Lennart Lahuis (NL) lebt und arbeitet in Brüssel. Er studierte am ArtEZ Institute of the Arts in Zwolle/Arnhem sowie an De Ateliers in Amsterdam. Residenzen führten ihn unter anderem an das Banff Centre for Arts and Creativity (Kanada), die Glasgow Sculpture Studios und Sundaymorning @EKWC. Seine Arbeiten waren zuletzt in Einzel- oder Duoausstellungen im Bergson (München), Museum Schloss Moyland und im Fries Museum zu sehne. In seinen skulpturalen und installativen Arbeiten verbindet Lahuis Materialität, technische Systeme und fragile Gleichgewichte.

    Kuratorische Leitung: Susanne Prinz

    In All Weathers is the first solo exhibition by the Dutch artist Lennart Lahuis in a German Kunstverein. The exhibition explores processes of transformation, instability and exchange that shape both natural environments and human systems of meaning. 

    At the core of Lahuis‘ practice lies the relationship between matter and language. Water, fire, air, and earth appear not as stable categories, but rather forces in constant transformation. They carry traces of life, memory and storytelling, forming the basis of myths, histories and systems of knowledge that have no single origin. Like rivers, sediments or weather patterns, these narratives are continuously shaped, rewritten and eroded over time.

    Bringing together four bodies of work, In All Weathers follows the movement of information through different states of matter. Texts emerge as traces in worn denim, are drawn onto heated steel through perspiration and oxidation, appear briefly as water vapour in the air, and persist as fragmented inscriptions impressed into clay. Across these works, language is never fixed. It is carried by bodies, weather systems, geological processes and material surfaces that continuously alter its form.

    Throughout the exhibition, acts of writing, imprinting and erosion function as recurring gestures. The clay works of the MURMUR series evoke archaeological fragments whose meanings remain incomplete, while HYDROLOGY renders the water cycle visible through words that materialise and dissolve in the atmosphere. The denim works and CALORGRAPHS similarly register forms of contact, translating everyday habits and bodily presence into subtle records of time and transformation.

    Rather than offering fixed meanings or definitive narratives, the works foreground processes of emergence and disappearance. Matter acts as a temporary carrier of memory, while meaning remains subject to continuous revision. The works resemble carefully constructed experimental arrangements of thought, which can never fully secure the conditions of their own possibility – and it is precisely in this lack of closure that they take form.

    Bio: Lennart Lahuis (NL) lives and works in Brussels. He studied at the ArtEZ Institute of the Arts in Zwolle/Arnhem and at De Ateliers in Amsterdam. Residencies have taken him to the Banff Centre for Arts and Creativity (Canada), Glasgow Sculpture Studios and Sundaymorning @EKWC, among others. His work was recently shown in solo and duo exhibitions at Bergson (Munich), Museum Schloss Moyland and the Fries Museum. In his sculptural and installation-based practice, Lahuis brings together materiality, technical systems and fragile equilibria.

    Curatorial lead: Susanne Prinz