Ausstellungen 

Warren Neidich
Color of Politics – The Statisticon Neon

Opening / Eröffnung 29.4.17 13–18h
Preview 28.4.17 18–21h   

Hours during Gallery Weekend / Öffnungszeiten während des Gallery Weekends
30.4. + 1.5.2017 13-18h

Color of Politics 28.4.–24.6.17
The Statisticon Neon 28.4.–19.8.17*

The Statisticon Neon (2017) ist eine Hommage an Joseph Beuys’ monumentales Werk Das Kapital Raum 1970-1977, das zuerst 1980 im Deutschen Pavillon in Venedig zu sehen war und sich heute als Leihgabe in der Neuen Nationalgalerie / Hamburger Bahnhof in Berlin befindet. Neidich montiert sein diagrammatisches, von buntem Neonlicht gepägtes Werk auf eine zwanglose Anordnung schwarzer Tafeln, die eine Art Echo auf Beuys’ Installation sind und sich zu dieser vergleichbar einem Technicolor- zu einem Schwarzweissfilm verhalten. Das Neonlicht veranschaulicht die Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft rund vierzig Jahre nach Beuys’ Werk, insbesondere die Bedeutung des Internets und seine Auswirkungen auf Arbeit und Kapital.

Das 21. Jahrhundert ist als Jahrhundert des Gehirns bezeichnet worden, seid wir jüngst vom Postfordismus in den Kognitiven Kapitalismus übergegangen sind. Der Geist und das Gehirn sind die neuen Fabriken des 21.Jahrhunderts. Während das Internet zur Zeit von Beuys’ Werk noch ein begrenztes Experiment war, arbeiten wir heute unbezahlt für Facebook, Instagram und Google, indem die von uns produzierten Daten individuelle Datenproflle ergeben, die später an Unternehmen und Sicherheitsfirmen verkauft werden.

Heute hat sich die formale Subsumption der Arbeit des Proletariats in eine reale Subsumption transformiert, in der unser ganzes Leben von Arbeit konsumiert wird, und wir sind Kognitarier geworden. Das Statisticon Neon verbindet diese Entwicklung mit dem in letzter Zeit erfolgten neurologischen Turn, in dem die Aktivität des Kapitalismus die Neuroplastizität des Gehirns mit etwas verbunden wird, das Neidich neuropower oder Neuromacht genannt hat – ein Begriff, der direkt in die Ausstellung im 2. Stock weiterführt.

Color of Politics

Wie das Geld und die Sprache ist auch die Farbe dereguliert worden. Farbe ist nicht mehr mit Form und Bedeutung verknüpft und wird ein Vehikel, durch das emanzipierte Gefühle erzeugt, politische Intrigen initiiert, aber auch Widerstand gegen institutionelle Normalisierungsprozesse realisiert werden kann. Warren Neidich setzt Farbe ein, um die politischen Voraussetzungen, Bedeutung zu schaffen, wiederzugewinnen – zusammengefasst in dem dreiteiligen Neonbild Red, White, and Blue (2007).

Bei den Afterimage Paintings (2016) bilden rote Neonskulpturen die Buchstaben der Namen der deutschen Emigranten Bertolt Brecht, Hanns Eisler und Lion Feuchtwanger, die alle später in Hollywood als Kommunisten auf der schwarzen Liste standen und denen deshalb nie einen Stern auf dem Hollywood Boulevard gewidmet wurde. Neidich berichtigt dies, indem er komplementär gefärbte Nachbilder erzeugt, die dann auf leere gemalte Sterne projiziert werden, Nachahmungen derjenigen auf dem Hollywood Walk of Fame. In dem Archive of False Accusations (2016) sind in Vitrinen von lavendelfarbenem Neonlicht beleuchtet. In ihnen liegen gefundene Zeitungsausschnitte, in denen von dem „Lavender Scare“ berichtet wird, einer weniger bekannten Facette in Joseph McCarthy’s Hexenjagd auf Sympathisanten des Kommunismus: Nicht-heterosexuelle Menschen (lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender) verloren ihre Positionen im Regierungsapparat.

Der zweite Raum wird  von Neidichs neuester Skulptur Pizzagate beherrscht – eine große, dreidimensionale, wolkenartige Struktur, benannt nach der berüchtigten Verschwörungsgeschichte, die darin kulminiert, dass der Scharfschütze Edgar Welch die vermeintlich sexuell misshandelten Kinder retten will, von denen er glaubt, dass sie im Keller des Comet Ping Pong Pizza Restaurants gefangengehalten werden. Pizzagate stellt die Apparate und Muster der Ströme und der Anschlussmöglichkeiten heraus, die Fake News hervorbringen, die Köder definieren und auch das Verständnis, dass in der neuen Aufmerksamkeitsökonomie des Kognitiven Kapitalismus der neue Ort der Gouvernementalität die Neuroplastizität des Gehirns ist, vor allem derjenige im frontalen Cortex, wo die Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächnis angesiedelt sind. Es zeigt auch, dass die unablässigen ausschließlich auf Fake News basierenden Gerüchte mittlerweile weit in die Kunstwelt hineinreichen. Wer herausfinden möchte, wie einfach das funktioniert, sollte den kleinen experimentellen Aufbau in Neidichs jüngster Skulptur Trump Cup (2017) ausprobieren.

 ***English***

The Statisticon Neon (2017) pays homage to Joseph Beuys monumental work Das Kapital Raum 1970-1977 originally shown in the German Pavillon in Venice in 1980 and today on loan to Berlin’s Neue Nationalgalerie as part of Erich Marx’s Beuys-Block. Neidich mounts his diagrammatic work in multicolored neon upon a non-formal arrangement of black boards that echo the original Beuys’ installation much as a technicolor film would a black and white. His neon looks at the relationship between art and society some forty years later taking into account the role of the internet and its effect on labor and capital.

The 21st century has been called the century of the brain and recently we have transitioned from Postfordism to cognitive capitalism where the mind and brain are the new factories of the 21st century. While the internet was still an experimental paradigm at the time of Beuys’ work we now labor for free on Facebook, Instagram and Google producing data that creates individual data profiles, later sold to corporations and security firms. Today, formal subsumption of the labor of the proletariat has transitioned to real subsumption, in which our entire life is consumed by work, and we have become cognitariats. The Neon Statisticon links this development with the recent neurologic turn in which the action of capitalism is directed to the brains neural plasticity something, which Neidich has called neuropower or Neuromacht.

Color of Politics

Color like money and language has become deregulated. Color is no longer tethered to form and meaning and becomes a vehicle through which emancipated feelings, political intrigues and resistance to institutional normalization processes can become realized. Warren Neidich uses color to recoup the political conditions of creating meaning – summarized in the three part neon-painting Red, White, and Blue (2007).

In the Afterimage Paintings, (2016) red neon sculptures spell the names of German emigrants Bertolt Brecht, Hanns Eisler and Lion Feuchtwanger all of which were later blacklisted in Hollywood as communists and thus never were granted a star on Hollywood Boulevard. Neidich remedies this by activating complementary colored afterimages that are then projected upon empty painted stars mimicing those found on the Hollywood Walk of Fame. In the Archive of False Accusations (2016) vitrines illuminated by lavender neon light display found press clippings reporting on what has become known as The Lavender Scare – a less known facet of Joseph McCarthy’s witch-hunt to root out communist sympathizers.

In a second room a large three-dimensional cloudlike sculpture is installed: Pizzagate – named after the infamous conspiracy tale culminating in sniper Edgar Welch wanting to rescue the supposed sexually abused children he believed to held in the basement of Comet Ping Pong. Pizzagate exposes the apparatuses and patterns of flow and connectivity that generate False News and define click bait as well as understanding that in cognitive capitalism the new site of governementalization in the new attention economy is the brain’s neural plasticity, especially that found in the frontal cortex where attention and working memory are located. It also shows that the still virulent rumor based entirely on Fake News by now reaches well into the art world. If you want to find out how that works without fault you should try out Neidich’s most recent sculpture the small experimental setup Trump Cup (2017).

*A schedule of Neidich’s blindfolded performances in front of the neon will be posted on the Kunstverein’s webpage and on Facebook.

Stefan Römer
Über künstlerisches Inter-esse

Eröffnung: 2.3.2017 19:00

14.3. Discussion: On Artistic Inter-est 19:00
Katrin Mayer, Thomas Locher, Stefan Römer

16.3. Filmscreening Arsenal Kino 20:00
Conceptual Paradise, Stefan Römer (2006/2017)
followed by a discussion with Bert Rebhandl

21.3. Filmperformance 19:00
Stefan Römer, ReCoder
introduction to his new filmproject by reading, playing sound and video

Ausstellungsbesuch nach persönlicher Terminvereinbarung bis 25.3.2017

Nadia Lichtig
Ghosttrap

9.–20.2.2017
Eröffnung : Donnerstag, 9.2.2017 19 h

SINE GREY
Martin Lorenz, Silva Reichwein

Ausstellung 05.–20. November 2016
Eröffnung 04.11.2016, 19 Uhr

 

4. + 17. November 2016, sound performance: Martin Lorenz, Oscillations
am 17. November 2016, 18 h, im Rahmen von die Reihe: Beiträge zur auditiven Kunst und Kultur des elektronischen Studios der TU Berlin und der Sound Studies an der UDK Berlin. SINE GREY ist eine Zusammenarbeit von Martin Lorenz (Komponist / Schlagzeuger) und Silva Reichwein (Malerin).

Malene Landgreen
four dimensional desires

Seit fast zwei Jahrzenten entwickelt Malene Landgreen ihre Arbeiten im Spannungsfeld von freier Malerei und architekturbezogener Farbintervention. Viele ihrer Werke, die erst im Bezug zum architektonischen Raum ihre endgültige Form annehmen, sind durch Prinzipien eines erweiterten Malerei- und Poesiebegriffs bestimmt. Dabei fließen in ihre zunächst unabhängig entstehenden Bilder und Collagen zunehmend höchst eigensinnige, der Malerei ursprünglich fremde Materialien ein. Diese verdichten sich dann später zu raumgreifenden Environments.

Eva Grubinger
Black Diamond Bay

Eröffnung/Opening: 30.4.2016 13-18 h
Dauer/Duration: 30.4.–11.6.2016 im L40/at L40 sowie/and  30.4.–30.8.2016 im Foyer des L40 und im Außenraum Rosa-Luxemburg-/Almstadtstraße/in the lobby of L40 and in the public space Rosa-Luxemburg-/Almstadtstraße
Öffnungszeiten/Opening hours: Mi-Fr/Wed-Fr  14–18h und auf Anfrage /and by appointment

Die Ausstellung ist am Freitag, den 6. Mai geschlossen. / The exhibition will be closed on May 6th .

Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt sich Grubinger mit dem vielfältigen Potenzial alltäglicher Dinge, die sie aus den unterschiedlichsten Feldern bezieht – darunter Architektur, Zeitgeschichte, Literatur aber auch Minimal- und Konzeptkunst. Durch Verfremdungsprozesse mittels Material und Volumen verschiebt sie die ursprünglichen Codierungen dieser Objekte. In ihrem neuen Kontext stehen sie dann metonymisch für unsichtbare gesellschaftspolitischen Strömungen und deren unterschwellige Wirkung auf die Psyche.

In Black Diamond Bay verfolgt Grubinger eine Anzahl miteinander verwobener Interessen: Das Maritime als Metapher, koloniale Abenteuer, Korrespondenzen zwischen der Welt vor hundert Jahren und der heutigen, sowie unterschiedliche Assoziationen zur Dunkelheit. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf einen imaginären Ort in Joseph Conrads Roman Victory (1915), sowie auf ein Lied von Bob Dylan aus dem Jahr 1976. Diese Verbindung zwischen Musik und Seefahrt ist relevant, denn Grubingers Skulpturen verflechten Verweise auf Konzert- und Clubkultur (und den traditionell damit verbundenen pharmakologischen Erkundungen) mit der Erschließung des Ozeans. Sie erforschen die fortdauernde Verlockung, den Reiz und das Risiko einer Reise ins Unbekannte. Sie evozieren die Idee einer psychologischen Landschaft, und einer physischen wie mentalen Reise, Eskapismus und der Suche nach sich selbst, Abenteuer und das Austesten eigener und fremder Grenzen. In den Arbeiten materialisieren sich innere Zustände von Überschreitung, Eroberung, Abgrenzung, zielloses Sich-treiben-lassen und Gefahr. Fetischisierende und scheinbare Sicherheit suggerierende Outdoor-Materialien reflektieren die dualistische Natur des Menschen. Wir suchen das Unbekannte, während wir gleichzeitig an einem sicheren Ufer anlegen möchten.

Daniel Laufer
1/50 sec

18.3. – 16.4.2016
Eröffnung/Opening: Do/Thur 17.3.2016, 19 h

Mi – Fr / Wed – Fr 14 – 18 h + auf Anfrage / upon appointment

Daniel Laufer’s new film 1/50 sec reflects on and uses the optical illusion of movement in motion picture photography caused by a physical characteristic of the human eye called persistence of vision. Based on the fact that the retina of the eye continues to perceive an image for a short period of time after the light stimulus representing the image has been removed, he plays on the effect of the temporary superimposition of images and uses it as a real and  symbolic analogy of a narration whose only point of reference is a world based on faulty perception.

Versuch, einen Platz in Berlin zu erfassen

16.10.-28.11.2015
Eröffnung: 15.10.2015, 19h

Am 13.12.2015 ist die Ausstellung wegen einer Veranstaltung nicht geöffnet.

mit Tina Born, Ursula Döbereiner, Kerstin Drechsel, Larissa Fassler, Susanne Huth, Annette Kisling, Barbara Trautmann, Petra Trenkel
Am 18. Oktober 1974 beschloss Georges Perec, drei aufeinander folgende Tage am Pariser Place Saint-Sulpice zu verbringen um zu notieren, was man im allgemeinen nicht notiert: „was passiert, wenn nichts passiert außer Zeit, Menschen, Autos und Wolken“. Es war der Versuch die Wirklichkeit zu transkribieren, das Banale, das „Infra-Gewöhnliche“, das Hintergrundgeräusch festzuhalten.

Die Ausstellung „Versuch, einen Platz in Berlin zu erfassen“ bezieht sich auf dieses Experiment. Methodische mehr oder weniger eng an Perecs literarischen Spiel mit Zeit und Ort angelehnt, weben die Arbeiten der acht beteiligten Künstlerinnen ein Netz aus analysierenden Modellen, wirklichkeitsnahen Bildern, phantastischen Ansichten und freien Assoziationen um den Rosa-Luxemburg-Platz, das den Blick auf vermeintlich Bekanntes verändert.

Geöffnet: Do-Sa 14-19 h und auf Anfrage

Saturn Drive

11.9.—3.10.2015
Eröffnung​: 10.9.2015 19 h

 
mit Ann Craven, Friederike Feldmann, Keltie Ferris, Renaud Regnery, Marie Reinert, Antoine Renard, Alexander Wagner

Konzept: Renaud Regnery

Öffnungszeiten Mi—Fr 13—18 h
und auf Anfrage

Angesicht der Überfülle möglicher Welten stellt sich für die Kunst die Frage, wie sie sich innerhalb dieser unterschiedlichen Realitäten positioniert. Statt finale Kunstobjekte zu präsentieren, bringt Saturn Drive die Spekulationen von sieben internationalen Künstlern über die Rahmenbedingungen und mögliche Bedeutung von Schöpfung in Zeiten der Revolutionen – seien es technische, finanzielle oder politische – zusammen.

Deshalb werden nicht konkrete Orte oder Beobachtungen nachgebildet, vielmehr entstehen sekundäre Bildwelten , die ihre Formen und Farben aus Phänomenen der parallelen Mikro- oder Makrowelten oder aus gänzlich künstlichen Realitäten ziehen. Das Resultat ist ein all umfassender spekulativer Organismus mit Spuren von verbreiteteren, formalen Fragen der Kunst.

Cumuli – Trading Places


Eröffnung: 11.06.2015, 19 Uhr
12.6.–25.7.2015
Öffnungszeiten: Do–Sa 14–19 Uhr

mit / with: Paolo Chiasera (I/D), Clegg (IL/D) & Guttmann (ILS/A), Ricarda Denzer (D/A), Tomáš Džadoň (SK/CZ), Heike Gallmeier (D), Robert Gschwantner (A/D), Stef Heidhues (USA/D), Axel Hoedt (D/UK), Ralf Hoedt (D), Candice Lin (USA), Nora Mertes (BE/D), Alexej Meschtschanow (UKR/D), Gianni Moretti (I), Jana Müller (D), Regine Müller-Waldeck (D), Tom Nicholson (AUS), Katrin Plavčak (A/D), Jochen Plogsties (D), Nika Radić (CRO/D), Goran Rebić (A/D), Gregor Schmoll (A), Tilo Schulz (D), Christian Schwarzwald (A/D), Stephanie Syjucio (USA), Simon Wachsmuth (A/D), Moira Zoitl (A/D)

Die Ausstellung Cumuli – Trading Places, das Folgeprojekt zu „Cumuli – Zum Sammeln der Dinge“ (2013) wird vom 12. 06. – 25. 07. 2015 im L 40 – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur am Rosa-Luxemburg-Platz präsentiert. Für das kuratorische Team, die Künstler/innen: Robert Gschwantner, Ralf Hoedt, Jana Müller, Regine Müller-Waldeck, Simon Wachsmuth, Moira Zoitl in Zusammenarbeit mit Vanja Sisek, Nina Mielcarczyk und der Kuratorin Susanne Prinz steht diesmal ein Bild des Venezianischen Malers Canaletto im Mittelpunkt.

Gumhold / Plöger / Vardag / Famed,
Suspended by Ourselves

09.04.2015—10.05.2015
Opening 09.04.2015, 19h

 
To pursue the useless is hardly possible in a society where everything is made use of, even the mind. Nothing appears to be more frightening than to slow down the hyperactivity. Even our desires are guided by the principles of competition and exchange. Under these circumstances the cliché of a detached, inspired artistic work is worth preserving as this notion is the potentiality inherent to passivity. Like Bartleby – the scrivener from Melville’s famous short story – the artists in this show ‚would prefer not to’. Because hesitance, doubt, the act of stopping, of taking a look around make it possible for something not yet defined to enter and permeate our thoughts. This attitude is remarkable because it is now unthinkable.
 

Andrea Pichl,
Gun Hill Road

30.01.—22.02. 2015
Eröffnung: 30.01.2015 / 19.30 h
Finissage 21.02.2015 / 18—20 h

Two hours of slides from the artist´s archiv and related films
 

Marit Neeb,
Resonance Structures — A Voyage on the South Sea

12.12.—21.12.2014
Opening: Friday, December 12, 6pm

 

Martin G. Schmid,
serververse

30.10.—23.11.2014
phase I: 30.10.2014, 20 h
phase II: 13.11.2014, 20 h

 
Speziell für die Räume des Kunstvereins hat der in Zürich und Berlin lebende Maler Martin G. Schmid ein Raum übergreifendes Wandbild entwickelt. Am 30.10.2014 war zeitgleich mit dem Launch des neuen Künstlerbuchs von Martin G. Schmid die erste Phase der Arbeit zu sehen. Zwei Wochen später ist die neue Arbeit fertig. Der Künstler bezieht formal und inhaltlich die radikal moderne Architektur des L40 in diese Arbeit ein und verbindet Bild und Vorbild auf der Basis architektonischer Assoziationen zu einer neuen Einheit. Die zeitgenössische Architektur geht dabei überraschende Verbindungen zu Festungen und Felsenruinen ein, die hinter bizarren, nur begrenzt steuerbaren Fehlern eines veralteten Bildbearbeitungsprogramms und zahlreichen transparenten Farbschichten sukzessive verschwinden.
 

Aleksander Komarov,
Trapeze Concrete

20.09.—28.09.2014
Opening 20.09.2014, 14—18 h

 
Trapeze Concrete ist eine Studie über Anwesenheit und Abwesenheit, über Leben und Nachleben von Architektur im urbanen und sozialen Kontext am Beispiel des verschwundenen Palasts der Republik.
 

After the Delay

18.07.—20.07.2014
Opening 17.07.2014, 7 PM

Signe Boe
Jenny Kalliokulju & Hendrik Möhler
Felix Kultau
Maximilian Rödel
Bernhard Schreiner
 

Sven Åke Johansson,
Leuchtröhren

13.06.—12.07.2014
Opening 12.06.20014, 19 h

Zur Ausstellung erscheint: Advents-Musik in Kippenbergers Büro 10.12.1978 (Provinz Editionen, 2014)
 
Johansson, der als Komponist und Musiker, Poet und bildender Künstler bekannt ist, gehört bereits seit den frühen 70er Jahren zu den Protagonisten der Westberliner Musik- und Kunstszene. Die ausgestellten Zeichnungen von Neonröhren stehen in durchaus sinnfälliger Beziehung zur seiner Musik. Sven-Åke Johansson arbeitet kontinuierlich an seinen Zeichnungsserien, in denen er sich stets jeweils nur einem bestimmten Sujet widmet, darunter Traktoren, Hubschraubern, Kofferradios oder Elefanten. Diese Kontinuität – wie er das jeweilige Motiv schrittweise von klein nach groß entwickelt, also erst auf einem DIN A4 Bogen zeichnet und sich dann vortastet zu großen Papierbahnen – weist eine innere Verwandtschaft mit seinen anderen Tätigkeiten auf. So verraten seine bildkünstlerischen Sujets ohne Ausnahme seine Beschäftigung mit „Neuer Musik“, wählt er doch ausschließlich Gegenstände, die Geräusche produzieren und für den Künstler wiederum in Wechselwirkung zu musikalischen Kompositionen stehen.
 

Catherine Lorent,
Relegation Delegation Doom Constellation

03.05.—31.05.2014
Opening 03.05.20014, 1—6 pm
Performance 29.05.2014, 8 pm

 

Sharon Paz ,
Restraining Motion

16.01.—02.02.2014
Eröffnung / Opening: 15.01.2014 19:00 Uhr / 7 pm

In ihrer eigens für die Fensterfront des Kunstvereins konzipierten Videoinstallation ‘Restraining Motion’ thematisiert die in Berlin lebende israelische Künstlerin Sharon Paz die Rolle des Individuums in der Gesellschaft. Ihr künstlerisches Mittel dabei ist eine von ihr entwickelte Form des Schattentheaters, das sie in wechselnden realistischen Räumen situiert. Die Darstellung von Zwang und Auflehnung des Einzelnen gegen Umstände und äußere Zwänge unterliegt dabei einer hoch stilisierten Choreographie mit Hang zum Absurden. Schon seit einigen Jahren gelingen Paz gleichsam auf den Ruinen dieser historischen Theaterform Inszenierungen, die egal ob als Film oder Performance der Anschauung im gleichen Maße dienen wie der Zurschaustellung. Im L40 können diese vom Betrachter von der Strasse genau wie vom Besucher der Ausstellung besichtigt werden. Ergänzend wird erstmals der Film ‘The Right to Leave’ gezeigt.

‘Restraining Motion’ läuft täglich von 17—24 Uhr. Die Ausstellung ist Do—Sa von 17—20 Uhr geöffnet.

Paolo Chiasera,
II. Stile

12.12.2013, 19—21 h
27.10.2013: Liveperformance Werner Durand (minimal music) 17 h
Finissage 19—21 h

 
Since the beginning of what is commonly called modernity in painting, the focus has almost exclusively been on the complex problem of how to correlate gaze and image amongst the fields of physiology, philosophy and art history. Previously there had been a great consensus on the relationship between image and space, which had historically developed as a sub-question of constructive mathematics and stated that space has to do with perspective and vice versa.
 
Paradoxically Paolo Chiasera’s SECONDO STILE is a painting that at the same time is an exhibition space. As such it represents something that is both real and utopian. This painting is an imaginary space defined by an artist, but also exists as an object in the world. By letting the imaginary space of the painting become a real exhibition space for other paintings – objects that themselves define imaginary spaces – SECONDO STILE adds yet another layer to an ontological ambivalence, as if it would seek to expand the imaginary scope of painting itself.

 

Bernard Piffaretti / Tommy Støckel / Florian Balze / Bernd Ribbeck,
Rapport

19.10.—26.10.2013
Eröffnung: 18.10.2013, 19h
Sonntag 27.10.2013: Liveperformance Werner Durand (minimal music) 17h
Finissage 19—21h

 
Wiederholungen statt Einzigartigkeit, Serien statt Unikaten, Spiegelungen, Mustern und Symmetrien gilt das Interesse vieler Künstler, denen die Vorstellung vom Meisterwerk längst suspekt geworden ist. Exemplarisch zeigt ‚Rapport’ Arbeiten, in denen die Wiederholung Teil des Werkprozesses ist, wie bei Bernard Piffaretti, der auf einer Bildhälfte nachschafft, was er auf der anderen entstanden ist, oder in Form von musterartiger Bildanlage oder Achsensymmetrie (also einer Art gespiegelter Wiederholung) auftaucht – wie bei Bernd Ribbeck. Angelehnt an technische Normen schafft Tommy Støckel komplexe geometrische Gebilde, deren Elemente mathematisch präzise in Größe oder Form variiert werden, um dann von einem Medium ins andere zu wandern. In den Arbeiten von Florian Balze kommt der Modularität als einem Verweis auf industrielle oder manufakturielle Herstellungsprozesse zentrale Bedeutung zu.
 

Zurück in die Zukunft

27.06.2013, 19:30 h
Performance Christoph Pfannkuch 20:00 h

Eingeladen von Susanne Prinz
 
Mathilde ter Heijne zeigt Arbeiten aus der Klasse: Mathilde ter Heijne/Video, Installation, Performance Kunsthochschule innerhalb der Universität Kassel
KünstlerInnen aus Kassel: Janina Krawitz, Christoph Pfannkuch, Amelie Jakubek, Katrin Pesch, Daniel Reidt/Christof Clement, Michael Gärtner
 
Eva Grubinger zeigt Arbeiten aus der Klasse: Eva Grubinger/Bildhauerei – transmedialer Raum Kunstuniversität Linz
KünstlerInnen aus Linz: Christian Berger, Alexander Hinterlassnig, Felix Sturm, Mia Stockhammer, Maria Venzl, Felix Pöchhacker
 

CUMULI — Zum Sammeln der Dinge / On Collecting Things

Eröffnung / Opening I: 26.04.2013, 19:00 h
Eröffnung / Opening II: 16.05.2013, 19:00 h
Finissage: 08.06.2013, 19.00 h

Ein Ausstellungsprojekt von / an exhibition project by Camelot* gemeinsam mit / together with Susanne Prinz L40
 
Mit Stefka Ammon + Robert Ziegler, Heike Bollig, Mauro Cerqueira, Marianna Christofides, Clegg & Guttmann, Daniela Comani, Pip Culbert, Hans Cürlis, Mark Dion, Herbert Distel, Robert Gschwantner, Ramon Haze, Ralf Hoedt, Michael Höpfner, Annette Hollywood, Sven Jakstat, Katharina Karrenberg, Martin Kippenberger, Daniel Knorr, Christin Lahr, Alexej Meschtschanow, Jana Müller, Regine Müller-Waldeck, Alexandra Navratil, Diane Nerwen, Phill Niblock, Arnold Odermatt, Anna Oppermann, Bernd Ribbeck, Annette Rose, Giovanna Sarti, Moe Satt, Christian Schwarzwald, Philip Topolovac, Simon Wachsmuth, Rebecca Wilton, Sibylle Zeh, Moira Zoitl
 
* Robert Gschwantner, Ralf Hoedt, Katharina Karrenberg, Jana Müller, Regine Müller-Waldeck, Simon Wachsmuth, Moira Zoitl
 

Situated Heterogeneities Part I,
Yes, We share a Secret

with Yves Mettler, Tilo Steireif, Arnaud Elfort a.o.
Opening 11.04.2013, 20 h
Performance 20:30 h

„I can say that any new Europe Square … is new. Different, special, great! I love them all for themselves. I can pick any. They all tell something. They are real incarnations of the confusion, true perforations in the ideological veil, physical traumas of the dream, epidermic eruptions of an urging desire, etc… It’s real love, and when you love you have this special attachment to the beloved’s scars and special marks, they become ports and handles on an infinite surface. I pick them up and think about them and try to tell them they’re not alone. Because most of the time, they’re left alone with their name, and of course, nobody cares.“

Rahmen / Frames

01.03.2013, 12—18 Uhr & 02.03.2013, 10—14 Uhr
Eröffnung am 28.02.2013, ab 19 Uhr

Humboldt—Universität zu Gast im Kunstverein am Rosa—Luxemburg—Platz e.V.
 
Rahmen / Frames — Ein interdisziplinärer Ausstellungsparcours des Seminars Rahmen aus dem interdisziplinären Studienprogramm »Vielfalt der Wissensformen« der Humboldt-Universität zu Berlin
 

Emilio Chapela,
Kurt F. Gödel Bibliothek

30.11.2012—31.3.2013
Eröffnung: 29.1.2011, 19:30 Uhr

An Egregious Example of Socialism
Die Kurt F. Gödel Bibliothek

Ein ungeheuerliches Beispiel von Sozialismus
Die Kurt F. Gödel Bibliothek
 

Philipp Fürhofer,
…und immer nur Spuren von möglichen Welten…

01.09.—15.09.2012
 
Schon 2010 sandte Philipp Fürhofer erstmals in einer Arbeit mit dem Titel Grüße aus Bayreuth Signale aus dem dunklen Brei unserer kollektiven Erinnerung, die mit langläufigen ästhetischen Kategorien nur schwer fassbar waren.
 
In der Ausstellung …Und immer nur Spuren von möglichen Welten… im Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz legt der Künstler mit 14 Szenen nach den historischen Vorlagen von Joseph Hoffmann für den ersten Bayreuther Ring von Richard Wagner noch einmal nach. Diese Anfang des Jahres begonnene Reihe wurde für den Kunstverein um eine ortsspezifische Fensterinstallation ergänzt, die des Nachts die Ausstellungsräume in eine riesige Fürhofersche Leuchtvitrine verwandelt. So wie im Einzelwerk das gemalte Bild, deren Träger diese Kästen in erster Linie sind, ständig zwischen Image und Oberfläche wechselt, hat der Künstler hier in mimikrihafter Verdopplung dieses Effekts den Ausstellungsraum selbst in ein Vexierbild eines solchen verwandelt.
 

res publica res privata

Eröffnung 01.06.2012, 19:30
 

In the Shadow of the Sun

27.04.—29.04.2012
BNNT, Julian Göthe, Michael Hakimi, Bethan Huws, Renata Kaminska, Kinga Kielczynska, Martin Kohut, Antje Majewski, Jana Müller, Ewa Partum,
Ignacio Uriarte

2 Locations: Kunstverein L 40, Linienstrasse 40, Berlin Mitte
Babylon, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin Mitte
 

Olga Lewicka,
Cloud studies — mapping a prospective all–embracing structure #2

23.03.—31.03.2012
Eröffnung 22.03.2012, 20:00 Uhr

Kuratiert von Susanne Prinz

Woher kommt die Lust alles zu überschauen, zu überragen und in Gänze aufzufassen? Fraglos handelt es sich um einen der maßlosesten aller menschlichen Ansprüche. Außerhalb religiöser Glaubensgemeinschaften ist es ohnehin eine umstrittene Frage, ob es so etwas wie ‚all-umfassend’ wirklich gibt. Trotzdem – vielleicht gerade deshalb – beschäftigt sich die junge polnische Künstlerin Olga Lewicka in ihrer aktuellen Reihe szenischer Collagen mit dem historischen Bedürfnis nach der visuellen Bemächtigung der Welt mittels Panoramen, Himmelsabbildungen und extremer Landschaftsaufsichtigen.

Nicolas Chardon / Karina Bisch,
Love Affair of the White Cube with the Black Square

31.03.—09.04.2011
05.04.2011 Black and White Dinner (mit tatkräftiger Unterstützung von Stephan Adamski)

Kuratiert von Susanne Prinz
 
Die Love Affair ist ein seit Jahren von den beiden französischen Künstlern Chardon und Bisch weiterentwickeltes Projekt, das an jedem bisherigen Standort eine jeweils andere Form annahm. Es setzt sich in einer mitunter sehr unterhaltsamen Weise mit der Modernismusrezeption der Gegenwart auseinander. Im L40 – einem gänzlich Schwarz-Weißem Haus – hat es seinen idealen Ort gefunden. Üblicherweise entsteht eine vage an die 20er Jahre erinnernde Stimmung – in einer zeitgenössischen, manchmal burlesken Form.

Mit Unterstützung des Institut français d’Allemagne.

 

Chistian Philipp Müller / Brandt Junceau / Marlene Poelzig,
Im Wohnatelier

19.03.2011—27.03.2011
Kuratiert von Susanne Prinz
 
2003 hat Christian Philipp Müller auf Einladung des gerade erst gegründeten Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur am Rosa-Luxemburg-Platz in den Räumen Weydinger- Ecke Linienstraße eine aufregende Präsentation der Arbeit von Hans Poelzig inszeniert. Für die Ausstellung Wohnatelier, die in lockerer Annäherung an die Atmosphäre der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts das Arbeits- und Wohnumfeld der Kreativen dieser Epoche evoziert, hat der Künstler Originalmöbel Marlene Poelzigs, der Frau des Architekten Hans Poelzig, geliehen. Zusammen mit Teppichen der belgischen Firma Casalis bilden sie den Rahmen für die Skulpturen von Brandt Junceau. Der Amerikaner war Gast des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und eröffnete zeitgleich eine Einzelausstellung in der Galerie des DAAD in der Zimmerstrasse 90/91.
 

Rugged Beauties

06.10.—13.09.2010
Mit Entwürfen von unter anderem Jan De Cock, Stefaan Dheedene, Jan Fabre, Matthieu Laurette, Panamarenko, Anne-Mie Van Kerckhoven und Koen Vanmechelen.
 

Terrain Error

20.05.—30.05.2010
Trickfilme aus der Sammlung des APT (Artist Pension Trust) von David Shrigley, Achana Hande, Milena Bonilla, Loukia Alavanou, Chen Shaoxiong, Erin Cosgrove, Tommy Hartung, Julia Oschatz
 
Terrain Error – ein Begriff aus der Radartechnologie – beschrieb ursprünglich Orientierungsprobleme, die durch die Umlenkung von Radarstrahlen durch landschaftliche Gegebenheiten entstehen. Heute bezeichnet man damit auch die Schwierigkeiten und ungeplanten Resultate bei der mathematischen Konstruktion von Landschaften in Videospielen.
 

Alex Müller / Shannon Bool,
Bar Faselliese

20.05.—30.05.2010
 
Vom 20. bis 30. Mai 2010 zog die Bar FASELLIESE der beiden Berliner Künstlerinnen Shannon Bool und Alex Müller ins L40 ein. Die Bar – Installation und funktionales Möbel gleichzeitig – erweitert unser Veranstaltungsprinzip der Kunstförderung um den 
Aspekt der Gastfreundschaft, indem sie an vier Tagen im Installationszeitraum Rahmen und Begleitung für eine Videoinstallation,
 eine Performance, einen Vortrag und eine Präsentation der neuesten Ausgabe von ARCH+ bietet.
 

Christian Philipp Müller,
Im Geschmack der Zeit

Das Werk von Hans und Marlene Poelzig aus heutiger Sicht.
 
Poelzig in den Jahren zwischen 1927 – 1929 entstandene Bebauung geprägt. Im Zentrum der Ausstellung stand die Frage nach der aktuellen Bedeutung spezifischer historischer Stadtplanung sowie deren Inszenierung für ein zeitgenössisches Stadtverständnis und Stadt als alltäglichen kulturellen Handlungsraum. Die Ausstellung war in Referenz an die Inszenierungsideen Hans Poelzigs als bühnenhafte Konstruktion angelegt und in sechs thematische Sektionen eingeteilt: Auftragsarbeiten in Porzellan und Majolika, das große Schauspielhaus in Berlin, Filmarchitektur und Kinobauten, der Babylonblock in Berlin, das Bauatelier Poelzigs. In der Ausstellung wurden bisher noch nie veröffentlichte Zeichnungen und Photographien gezeigt und erstmals auch für die Poelzig-Forschung zugänglich. Im Anschluss konnte die Ausstellung im ehemaligen IG-Farben-Haus, heute Universität, in Frankfurt am Main und im Architektur Museum in Basel gezeigt werden. Für 2007 ist eine weitere Station der Ausstellung in Wroclaw/Breslau geplant. Zur Ausstellung erschien ein umfangreicher Katalog mit Texten von Alexander Alberro, Nora M. Alter, Heike Hambrock und Madleine Bernstorff.