Martin Zellerfoff
Archiv

23.11.19—24.01.20
Eröffnung am 22.11. um 19:00 Uhr


Speicher, Depot, Archiv, Museum – Orte an denen Erinnerung traditionelle abgelagert werden, sind längst nicht nur Metaphern sondern konkrete Formen zeitgenössischer Kunst geworden. Bei Martin Zellerhoffs 63teiliger Serie Archiv handelt es sich um die Abbildung einer eben solchen Sammlung, angelegt als Arbeitsmaterial und private Gedächtnisstütze einer Kunsthistorikerin. Zellerhoff fotografierte die Dia-Sichtkassetten aus transparentem Kunststoff auf einem Leuchttisch, auf dem man im Zeitalter der analogen Fotografie Dias und Negative mit der Lupe betrachtete und sortierte. Der leicht desolate Zustand des Konvoluts scheint jene Bildtheorien, die den Untergang dieses Mediums vorhergesagt hatten, zu bestätigen.

Zellerhoff, dessen Praxis sich seit langem mit Konventionen der Bildproduktion und -präsentation befasst, reflektiert in Archiv den parallelen Prozess des Verschwindens von Motiv und Medium aus der Doppelrolle des Mannes hinter der Kamera und Bildredakteurs seine eigenen Ausstellungen heraus. In der Gesamtheit der Präsentation der Serie Archiv im Raum und Re-präsention im Katalogsind die eigenen Fotos nur ein Teil der persönlichen Arbeit. Er zeigt im Grunde fremde Bildkombinationen und stülpt ihnen ein eigenes Hyperimage über. Eindeutig kann es nicht sein: Hier ist das Medium die Botschaft. Ein Medium, das strikt referenziell arbeitet. Der Fotograf als Mann mit dem richtigen Standpunkt hat sich verabschiedet. Solche Kunst speist sich aus der Überzeugung, dass Geschichte und Konventionen der Fotografie, ja der Apparat selbst dem Betrachter genug zu erzählen haben. Zellerhoffs Bilder sehen daher oft geradezu einfach – quasi ‚unkünstlerisch’ – aus, stecken aber voller Informationen, Andeutungen und Hinweisen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Deutsch/Englisch).

Ursula Panhans-Bühler & Martin Zellerhoff: Lost and found : moving image records in time & space“ (dt.), 23.11.19, 17 h

Geöffnet: Mi-Fr 14-18 h und auf Anfrage / Winterpause: 21.12.19 – 6.1.20


Storage, depot, archive, museum – places where memories are deposited traditionally have long since become not just metaphors but concrete forms of contemporary art. Martin Zellerhoff’s 63-part series Archiv deals with the depiction of a collection of this kind, created as work material and a private memory aid of an art historian. Zellerhoff photographed the transparent plastic slide cassettes on a light table on which slides and negatives were viewed and sorted with a magnifying glass in the age of analogue photography. The slightly desolate state of the compilation seems to confirm those pictorial theories that had predicted the demise of this medium.

Zellerhoff, whose practice has long been concerned with conventions of image production and presentation, reflects in Archiv on the parallel process of the disappearance of motif and medium from the dual viewpoint of the man behind the camera and the picture editor of his own exhibition. In the totality of the presentation of the series in the exhibition space and it’s re-presentation in the catalogue, his own photos are clearly only one part of the personal work. Basically he presents alien combinations of images and imposes his personal hyperimage on them. It can not be clearer: here the medium is the message. A medium that works strictly referentially. Such art feeds on the conviction that history and conventions of photography, indeed the apparatus itself, have enough to tell the viewer. Therefore, Zellerhoff’s pictures may often look simple – almost ‚inartistic‘ – but eventually they are full of information, hints and suggestions.

A catalogue (German/English) will be published for the exhibition.

Ursula Panhans-Bühler & Martin Zellerhoff: Lost and found : moving image records in time & space“ (German), 23.11.19, 17 h

Open: Wed-Fri 2-6 pm and upon request / Winter break: 12.21.19 – 1.6.2020

Abbildung: 2/63 of Zellerhoff’s Dia-Journals

Elodie Seguin
hall painting

15.9.–31.12.19
Zugänglich während der Bürozeiten im Haus.

Es ist immer eine Herausforderung Kunstwerke in den öffentlichen Raum zu bringen. Besonders wenn man im Bereich der erweiterten Malerei arbeitet. Für unsere jüngste Wandarbeit hat Elodie Seguin einen einzigartigen Ansatz definiert, der die Beziehung zwischen mehreren gemalten Objekten sowie ihre Organisation innerhalb und ihre Beziehung zum gegebenen Ausstellungsraum untersucht. Der Effekt ist Farbe als evokatives Volumen. Je nachdem von welchem Standpunkt aus sie betrachtet wird, ergeben sich jeweils unterschiedliche Effekte. In seinen reduktionistischen Tendenzen zeigt Seguins Werk eine offensichtliche Verwandtschaft mit der minimalistischen Tradition. Dennoch bleibt immer eine spontane, experimentelle Dimension in ihrem Prozess, d.h. die Installation gewinnt erst während des Malens selbst mittels Versuch und Irrtum ihre endgültige Form.

It’s always a challenge to introduce your artwork into the public space. Particularly so when you work within the field of expanded painting. For our recent wall work Elodie Seguin has defined a unique approach which explores the relationship between several painted objects as well as their organization within and their relation to the given exhibition space. The effect is color as an evocative volume – depending on how it is confronted. In its reductivist tendencies Seguin’s work reveals an obvious affinity to the minimalist tradition. Nevertheless there invariably remains a spontaneous, experimental dimension to her process. The means that the installation will only take it’s definite shape by trial and error during the painting itself.