Irène Hug
Repräsentation

Eröffnung der Installation und Präsentation ihres Katalogs „Reading Pictures“, 24.1.2020 19h

Weit entfernt von der cleanen Schriftkunst amerikanischer Minimalisten oder Konzeptkünstler, konfrontiert uns Irène Hug mit ihren Botschaften in grellen Leuchtschriften, Objekten, Installationen und Fotografien. Hug bearbeitet und verwertet die typografischen Formen von Wegweisern, Logos und Reklameslogans, die weltweit urbane Räume überziehen. Mit den Techniken der Appropriation, der Montage, des Zitats und der Retusche reagiert sie auf die vorgefundenen Materialien, Situationen oder stereotypen Erscheinungsbilder, deren Bedeutung sie mittels pointierter und zugleich komplexer gestalterischer Eingriffe verändert und kommentiert.

Für den Kunstverein hat sie eine neue Arbeit entwickelt, die mit subtilem Witz unsere Verstrickungen in omnipräsenten Konsumismus hinterfragt und uns auffordert, gleichsam hinter den Oberflächen, der wahren Bedeutung von Dingen und Worten auf den Grund zu gehen.

Der Katalog Reading Pictures (Deutsch/Englisch) erscheint bei Fantôme, ISBN 978-3-940999-45-0
Die Arbeit ist 24h/Tag sichtbar und kann zu üblichen Bürozeiten besucht werden.
Der 24.1.20 ist gleichzeitig die letzte Chance Martin Zellerhoffs Archiv zu sehen.

Far from sober artworks of American minimalists or conceptual artists involving written language, Irène Hug confronts us with her messages in glaring neon signs, objects, installations and photographs. Hug utilises and manipulates the typographic components of signposts, logos and advertising slogans that cover urban spaces worldwide. Using techniques of appropriation, montage, citation, and retouching she reacts to found materials, situations or stereotypical images, commenting on and changing their meaning using pointed but complex artistic interventions.

The artist has conceived a new work for the Kunstverein that questions our entanglement in omnipresent consumerism, and challenges us to get, behind the surfaces, as it were, to the bottom of the true meaning of things and words.

The catalogue Reading Pictures (German/English) is published by Fantôme, ISBN 978-3-940999-45-0
The artwork is visible 24/24 and can be visited during usual office hours.
Also on the 24th: Last change to see Martin Zellerhoff Archiv

Martin Zellerhoff
Archiv

Am letzten Tag der Ausstellung, dem 24.1.2020, ist bis 21h geöffnet.

23.11.19—24.01.20

Speicher, Depot, Archiv, Museum – Orte an denen Erinnerung traditionelle abgelagert werden, sind längst nicht nur Metaphern sondern konkrete Formen zeitgenössischer Kunst geworden. Bei Martin Zellerhoffs 63teiliger Serie Archiv handelt es sich um die Abbildung einer eben solchen Sammlung, angelegt als Arbeitsmaterial und private Gedächtnisstütze einer Kunsthistorikerin. Zellerhoff fotografierte die Dia-Sichtkassetten aus transparentem Kunststoff auf einem Leuchttisch, auf dem man im Zeitalter der analogen Fotografie Dias und Negative mit der Lupe betrachtete und sortierte. Der leicht desolate Zustand des Konvoluts scheint jene Bildtheorien, die den Untergang dieses Mediums vorhergesagt hatten, zu bestätigen.

Zellerhoff, dessen Praxis sich seit langem mit Konventionen der Bildproduktion und -präsentation befasst, reflektiert in Archiv den parallelen Prozess des Verschwindens von Motiv und Medium aus der Doppelrolle des Mannes hinter der Kamera und Bildredakteurs seine eigenen Ausstellungen heraus. In der Gesamtheit der Präsentation der Serie Archiv im Raum und Re-präsention im Katalogsind die eigenen Fotos nur ein Teil der persönlichen Arbeit. Er zeigt im Grunde fremde Bildkombinationen und stülpt ihnen ein eigenes Hyperimage über. Eindeutig kann es nicht sein: Hier ist das Medium die Botschaft. Ein Medium, das strikt referenziell arbeitet. Der Fotograf als Mann mit dem richtigen Standpunkt hat sich verabschiedet. Solche Kunst speist sich aus der Überzeugung, dass Geschichte und Konventionen der Fotografie, ja der Apparat selbst dem Betrachter genug zu erzählen haben. Zellerhoffs Bilder sehen daher oft geradezu einfach – quasi ‚unkünstlerisch’ – aus, stecken aber voller Informationen, Andeutungen und Hinweisen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Deutsch/Englisch).

Raimar Stange & Martin Zellerhoff: Von Archiv bis Zellerhoff – ein Gespräch über die künstlerische Arbeit von Martin Zellerhoff (dt.), 18.12.19 19h

Ursula Panhans-Bühler & Martin Zellerhoff: Lost and found : moving image records in time & space (dt.), 23.11.19, 17 h

Mittwoch, 15.1.2020, 19-21 h BOMSTATION EUROPE LAUNCH – The Weareable Art Runway Show. Präsentation der Kapselkollektion mit Kyong Lee und Sanghyeok Park

Geöffnet: Mi-Fr 14-18 h und auf Anfrage / Winterpause: 21.12.19 – 6.1.20


Storage, depot, archive, museum – places where memories are deposited traditionally have long since become not just metaphors but concrete forms of contemporary art. Martin Zellerhoff’s 63-part series Archiv deals with the depiction of a collection of this kind, created as work material and a private memory aid of an art historian. Zellerhoff photographed the transparent plastic slide cassettes on a light table on which slides and negatives were viewed and sorted with a magnifying glass in the age of analogue photography. The slightly desolate state of the compilation seems to confirm those pictorial theories that had predicted the demise of this medium.

Zellerhoff, whose practice has long been concerned with conventions of image production and presentation, reflects in Archiv on the parallel process of the disappearance of motif and medium from the dual viewpoint of the man behind the camera and the picture editor of his own exhibition. In the totality of the presentation of the series in the exhibition space and it’s re-presentation in the catalogue, his own photos are clearly only one part of the personal work. Basically he presents alien combinations of images and imposes his personal hyperimage on them. It can not be clearer: here the medium is the message. A medium that works strictly referentially. Such art feeds on the conviction that history and conventions of photography, indeed the apparatus itself, have enough to tell the viewer. Therefore, Zellerhoff’s pictures may often look simple – almost ‚inartistic‘ – but eventually they are full of information, hints and suggestions.

A catalogue (German/English) will be published for the exhibition.

Ursula Panhans-Bühler & Martin Zellerhoff: Lost and found : moving image records in time & space“ (German), 23.11.19, 17 h

Open: Wed-Fri 2-6 pm and upon request / Winter break: 12.21.19 – 1.6.2020

Abbildung: 2/63 of Zellerhoff’s Dia-Journals